Das Gang-TreffenDas Gang-Treffen: Autor arbeitet mit Hortkindern an besonderem Buchprojekt

Braunsbedra - Sogar in den Osterferien arbeiten der hallesche Autor André Schinkel und Braunsbedraer Hortkinder an ihrem Buchprojekt.

Von Diana Dünschel 27.03.2018, 11:59

Wenn ein Gedicht mit nur einem Wort in der ersten Zeile beginnt und mit jeder weiteren Zeile um ein Wort wächst, nennt man das ein Treppengedicht. So eines zu verfassen, ist für Schreibanfänger eine prima Übung, weiß André Schinkel.

Der hallesche Autor war schon mehrfach als Schulschreiber tätig und hatte mit Kindern zu tun. Diese Erfahrung hilft dem 46-Jährigen derzeit in seiner neuen Funktion als Autorenpate für Hortkinder der Lessing-Grundschule Braunsbedra. Mit ihnen hat er im Rahmen des Bundesprojektes „Kultur macht stark“ die Schreibwerkstatt „Anna-Hood-Gang“ gegründet und wird mit den Mädchen und Jungen im November ein Buch mit eigenen Geschichten herausbringen. Auch jetzt in den Osterferien arbeitet die Gruppe daran, so wie am Montag in der Braunsbedraer Stadtbibliothek, als unter anderem mit einem Treppengedicht die Kreativität der Kinder angeregt wurde.

Buchprojekt mit André Schinkel: Genügend Geschichten und selbst gemalte Bilder

Nach den ersten beiden Monaten der Zusammenarbeit ist André Schinkel sehr zuversichtlich, dass bis zum gesetzten Drucktermin genügend Geschichten und selbst gemalte Bilder für das Buch zusammengekommen sind. Sein Ordner ist jedenfalls schon gut gefüllt. Und Montag sind vor allem weitere Bilder hinzugekommen. Denn die Gruppe sprach zunächst noch einmal über ihr großes Vorbild Anna Hood, die Hauptfigur der gleichnamigen Geschichte des Leunaer Schriftstellers Jürgen Jankofsky.

Darin geht es darum, dass das Mädchen Anna die Ungerechtigkeit dieser Welt nicht länger hinnehmen will und beschließt, wie einst Robin Hood dagegen zu kämpfen. Die Braunsbedraer Hortkinder, die inzwischen mit einheitlichen grünen T-Shirts mit der Aufschrift „Anna-Hood-Gang“ ausgestattet sind, haben daraufhin aufgemalt, wie sie sich Anna vorstellen: Hut mit Tannenzweig auf dem Kopf, Pfeil und Bogen in der Hand, fesche Stiefel. Wobei die kleine Heldin bei Nathalie aber nicht aus dem Haus geht, ohne Lippenstift aufzutragen...

Die Kinder haben jedenfalls großen Spaß am Projekt. „Weil ich mir beim Schreiben etwas ausdenken kann“, sagte Nathalie. Indem sie hier mitmache, könne sie besser in Deutsch werden, war sich Lilly sicher, denn: „Herr Schinkel gibt uns immer viele Tipps“. Einer davon lautet, dass die Kinder am besten immer ein Blatt Papier und einen Stift für das Aufschreiben ihrer Ideen dabei haben sollten. Und wenn sie mal keine zündende Idee haben, können sie ja neben dem Treppengedicht eine andere Übung zum Auflockern ausprobieren. André Schinkel hat da noch viele andere bewährte Praktiken parat. (mz)