Unendliche Geschichte auf der B91?

B91 zwischen Halle und Schkopau: Behörde prüft Sanierung an weiterer Brücke

Halle (Saale) - Die Arbeiten auf der B91 sollten eigentlich 2020 abgeschlossen sein. Jetzt prüft die LSSB, wie lange die Saalebrücke bei Schkopau noch durchhält.

Im Filmgeschäft gibt es ein fast schon ehernes Gesetz: Wenn sich eine Produktion als wirtschaftlich erfolgreich erweist, kommt eine Fortsetzung nach der anderen.

Zu einer ausdauernden Fortsetzung haben sich auch die Bauarbeiten auf der B91 zwischen Halle und Schkopau entwickelt – und das ohne dass diese großen Anklang beim Publikum finden konnten. Steht dieses doch angesichts der mehr als ein halbes Jahrzehnt andauernden Brückensanierungen und -neubauten, gerade zu Stoßzeiten, nicht selten unfreiwillig im Stau.

Wie lange hält die Saalebrücke bei Schkopau noch durch?

Deswegen dürfte es vielen Autofahrern recht sein, dass für 2020 das Ende der Brückenarbeiten anvisiert ist. Dann soll mit der 80 Meter langen Elsterflutbrücke die letzte Episode beendet sein. So war zumindest bisher der Plan. Doch nun erwägt die Landesstraßenbaubehörde (LSBB), eine weitere Fortsetzung.

So erklärt André Krünholz, Fachbereichsleiter Straßenbau beim LSBB, mit Blick auf die Elsterflutbrücke: „Das ist die vorletzte Brücke.“ Die letzte könnte die Saalebrücke bei Schkopau in Fahrtrichtung Halle werden, über die sich derzeit der gesamte Verkehr wälzt, weil die Straßenarbeiten im Umfeld der neuen Saalebrücke nebenan noch laufen.

„Da beginnen wir gerade mit den Untersuchungen zur Restlebensdauer“, berichtet Krünholz: „Ziel ist es, ein Sanierungskonzept für dieses Bauwerk aufzustellen.“

Brücken eigentlich für 100 Jahre ausgelegt: Warum wird jetzt schon Sanierung nötig?

Zur Ermittlung der Restlebensdauer würden nun Nachrechnungen durchgeführt, die am Ende auch zeigen sollen, welche Maßnahmen an der Brücke notwendig sind.

Der Fachmann erörtert, dass Brücken heute in der Regel für eine Lebensdauer von 100 Jahren geplant würden. Die fragliche Stahlbogenbrücke über die Saale wurde zuletzt 1998 saniert. Dass die Brücke jetzt wieder in den Fokus gerät, habe vor allem auch mit dem hohen Verkehrsaufkommen und den starken Belastungen zu tun. Die Nachbarbrücke in Fahrtrichtung Merseburg wurde 2016 gesperrt, weil sie einsturzgefährdet war.

Fachfirmen rissen den alten Bau zunächst ab, bevor sie den 8,6 Millionen Euro teuren Nachfolger einschoben. Insgesamt wird die Behörde bis 2021 zehn Brücken auf dem zweieinhalb Kilometer langen Abschnitt in Angriff genommen haben. Krünholz zeigte sich überzeugt, dass Teil elf, trotz der nun beginnenden Prüfung, noch auf sich warten lassen wird, die B91 also zeitweilig vierspurig befahrbar ist. Denn der LSBB-Mitarbeiter rechnet erst 2020 mit dem Prüfergebnis. (mz/rob)