Saale Saale: Verbotene Ausflüge auf das Eis

Halle (Saale)/MZ. - Polizisten laufen vorsorglich Streife am Süßen See im Mansfelder Land. Feuerwehrleute in Gräfenhainichen vertreiben Kinder vom Eis des Gremminer Sees. Rettungstaucher der Wasserwacht in Halle überprüfen für alle Fälle ihre Technik. Die Ordnungs- und Einsatzkräfte sind jetzt auf das Schlimmste gefasst. Der Grund: Zugefrorene Seen und Flüsse zwischen Arendsee und Zeitz verführen zum Betreten. Die Gefahr, dass Menschen dabei einbrechen, ist nach Ansicht von Experten immens. Auf diese Weise sterben bundesweit jährlich mehr als 100 Kinder, Frauen und Männer.
Dirk Furchert von der Wasserwacht Halle warnt trotz der Kulisse eines Wintermärchens: "Der erste Eindruck täuscht. Wer sich auf das Eis wagt, spielt mit dem Leben." Gewässer, die komplett zugefroren seien, gäbe es einfach nicht. Als extrem gefährlich schätzt Furchert die Situation an Wasserläufen ein. Wenn dort jemand unter die Eisschollen rutsche, schwinde die Überlebenschance rasch. Spätestens nach drei bis vier Minuten, sagt Furchert unter Hinweis auf Mediziner, komme es zum Herzstillstand.
Ordnungsgeld angedroht
An der Saale in Halle sind mittlerweile weite Teile der Uferzone unterhalb der Burg Giebichenstein abgesperrt. Damit reagiert die Polizei auf den Wagemut vieler Spaziergänger, die verbotene Ausflüge auf das Eis unternehmen. Wer die Absperrung missachtet, heißt es, muss nun mit einem saftigen Ordnungsgeld rechnen. Angesichts steigender Temperaturen mahnt Stadtsprecher Steffen Drenkelfuß: "Jetzt müssten die Erwachsenen den Kindern ein Vorbild sein und am Ufer bleiben." Einzig und allein das flache Wasserbecken auf der Ziegelwiese sei freigegeben, wenn auch auf eigene Gefahr. Probebohrungen der Feuerwehr haben dort eine Eisstärke zwischen 16 und 20 Zentimeter ergeben. Ähnliche überprüfte Verhältnisse findet man ansonsten nur noch auf einem Teich auf dem Magdeburger Buga-Gelände.
Michael Kraska vom Innenministerium: "Wie die Eislage tatsächlich ist, wissen am ehesten die Feuerwehren und Behörden vor Ort." Sie allein könnten über eine eventuelle zeitweilige Aufhebung des Verbotes entscheiden, wenn das in kommunalen Gefahrenabwehrverordnung vorgesehen sei.
Schilder warnen
Danach bleibt beispielsweise der Süße See bei Eisleben weiterhin gesperrt. Warnschilder machen auf die Gefahren aufmerksam. Ordnungsamtsleiter Heiner Rarisch von der Seegebietsgemeinde Mansfelder Land: "Die Eisdicke ist nicht geprüft." Schilfzonen und Strömungen verhinderten, dass der See überall gleich tief gefroren sei. Wo es zu Bruchstellen komme, könne niemand abschätzen. Wer dennoch den Süßen See mit einer Eissporthalle verwechsle, gehe ein unkalkulierbares Risiko ein.