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Naturpark Colbitz-Letzlinger Heide Naturpark Colbitz-Letzlinger Heide: Naturschützer rechnen mit zügiger Ausweisung

28.03.2001, 08:46

Magdeburg/dpa. - Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) rechnet damit, dass der Naturpark Colbitz-Letzlinger Heide bis zum Herbst vom Land ausgewiesen wird. «Wir erwarten, dass das Verfahren jetzt zügig über die Bühne geht», sagte der BUND-Landesvorsitzende Volker Lüderitz am Mittwoch in Magdeburg. Ähnlich äußerte sich auch der Vorsitzende des Zweckverbandes Naturpark, Erhard Prehm. Nach mehr als zehn Jahren Vorbereitung stehe das Projekt nun kurz vor dem Abschluss. Im Rahmen des kürzlich begonnenen Ausweisungsverfahrens können Bürger, Vereine und Träger öffentlicher Belange noch Anregungen und Einwände äußern.

Der Naturpark nördlich der Landeshauptstadt wäre nach Drömling und Saale-Unstrut-Triasland der dritte in Sachsen-Anhalt. Er soll etwa 48 000 Hektar Fläche um einen großen Truppenübungsplatz herum umfassen. Das Areal ist laut Lüderitz durch eine ungewöhnliche landschaftliche Vielfalt geprägt. So finden sich zum Beispiel Linden- und Eichenwälder ebenso wie Heide- und Dünenlandschaften oder Moore. Viele seltene Tiere und Pflanzen sind dort beheimatet, etwa Hirschkäfer, Libellenarten oder Birkhühner. Der Naturpark weise zudem im Vergleich zu anderen einen hohen Anteil von Natur- und Landschaftsschutzgebieten auf, sagte Lüderitz.

Nach den Vorstellungen von BUND und Zweckverband soll dort «offener Naturschutz» mit möglichst wenig Ge- und Verboten praktiziert werden. «Es soll ein Modellprojekt für eine abgestimmte Entwicklung von Natur sowie Siedlungs- und Wirtschaftsräumen werden», erläuterte Prehm. Er und Lüderitz erklärten, sie erwarteten durch das Projekt neue Arbeitsplätze «in vierstelliger Größenordnung», etwa im Tourismus, der Gastronomie, Landwirtschaft oder Landschaftspflege.

Lüderitz ergänzte, bei aller Freude sei die nun geplante Größe des Naturparks nur die zweitbeste Lösung. Besser wäre es gewesen, wenn auch das 23 000 Hektar umfassende Gelände des Truppenübungsplatzes dazu gehören würde. Nach dem so genannten Heidekompromiss zwischen Bund und Land von 1997 kann die Bundeswehr den Übungsplatz jedoch bis auf weiteres nutzen. Sie baut dort ein modernes Gefechtsübungszentrum auf. Rund 3000 Hektar sollen jedoch schrittweise aus dem Übungsgelände aus- und in den Naturpark eingegliedert werden.