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Magdeburg Magdeburg: Zur Tiger-Taufe eine Festtagskeule

Von Rochus Görgen 11.02.2012, 15:55
Die beiden jungen sibirischen Tigerinnen Danuta (l.) und Daria (r.) spielen im Zoologischen Garten in Magdeburg mit Muttertier Colina. (FOTO: DPA)
Die beiden jungen sibirischen Tigerinnen Danuta (l.) und Daria (r.) spielen im Zoologischen Garten in Magdeburg mit Muttertier Colina. (FOTO: DPA) dpa-Zentralbild

Magdeburg/dpa. - Die Tigerbabys im Magdeburger Zoo haben seitSamstag auch offizielle Namen. Die im September geborenen Raubkatzenwurden Danuta und Daria getauft. Während es für die mehr als 300Schaulustigen Sekt gab, feierten die Tiger mit einer extra PortionRindfleisch. «Die knabbern jetzt an ihren Festtagskeulen», sagteMarketingleiter Björn Encke nach der Taufe.

Die beiden sibirischen Tiger-Mädchen waren im September geborenworden und wiegen schon mehr als 20 Kilogramm. Mutter der beiden istdie Magdeburger Tigerdame Colina, Vater ist der Tiger Darius aus demBerliner Tierpark, zu dem Colina zur Hochzeitsreise gefahren war.

Die Namen für den Tigernachwuchs haben sich die Pflegerausgedacht, berichtete Encke. Im Gegensatz zum Nashornnachwuchs gabes auch keine Festlegung, dass die Namen der Jungtiere mit «Ma» wieMagdeburg beginnen müssen. Das Heiligabend geborene Nashornbaby warEnde Januar nach einer Internet-Abstimmung auf den Namen «Mala»getauft worden.

Die Kälte in den vergangenen Tagen macht den Tigerbabys nichts aus- in der ostsibirischen Heimat ist es oft noch kälter. «Die haben mitder Kälte gar kein Problem», sagte Encke. Am Wochenende klettertendie beiden sehr aktiven Tiere über Baumstämme und Felsen und spieltenunter den Augen der Mutter. Sibirische Tiger sind die einzigen Tiger,die nicht in den Tropen leben. Zugleich handelt es sich um die größteKatzenart der Welt.

In der Natur sind die sibirischen Tiger vom Aussterben bedroht,daher gibt es ein strenges Erhaltungszuchtprogramm. Eine Paarung vonColina mit dem in Magdeburg lebenden Tiger Taskan war daher nichtgewünscht - denn bei ihm handelt es sich um einen Hybriden ausSibirischem Tiger und Sumatra-Tiger, der deshalb vor rund drei Jahrenkastriert wurde.

Auch wenn die jungen Tiger zum Publikumsmagneten des Zoos werden -sie erinnern auch an ein dunkleres Kapitel. Im Jahr 2008 waren dortdrei Tigerbabys getötet worden, weil es sich nicht um reinrassigesibirische Tiger handelte, die für die Zucht wertvoll gewesen wären.In einem Urteil machte das Oberlandesgericht Naumburg im vergangenemJahr klar, dass die Tötung nicht gerechtfertigt war und dass dasArtenschutzprogramm nicht über das Lebensrecht der Tigerbabysgestellt werden dürfe.

Solche Diskussionen bleiben den Tigerbabys Danuta und Dariaerspart. Allerdings werden sie auch nicht in Magdeburg bleibenkönnen. Mit der Geschlechtsreife in knapp zwei Jahren werden dieTiger zu Einzelgängern, erläuterte Encke. Sie sollen dann an andereZoos abgegeben werden, weil der Magdeburger Zoo nicht genügend Platzhat. Ein Schicksal, das auch das Nashorn-Baby Mala eines Tagesereilen soll.