Security entschuldigt sich

Nigerianer in Dölzig misshandelt -  Flüchtlingsrat fordert Aufklärung

In einem Erstaufnahmelager bei Leipzig ist ein Nigerianer misshandelt werden. Er verlor beinahe ein Auge. In dem Heim war zu dieser Zeit ein Subunternehmen des eigentlichen Sicherheitsdienstes im Einsatz.

15.06.2022, 10:34
Illustration: Ein Asylsuchender sitzt hinter einem Zaun in einem Aufnahmelager.
Illustration: Ein Asylsuchender sitzt hinter einem Zaun in einem Aufnahmelager. Foto: dpa/symbol

Dresden/dpa - Der Sächsische Flüchtlingsrat hat Aufklärung über die mutmaßliche Misshandlung eines Mannes aus Nigeria in der Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig bei Leipzig verlangt. Mehrere Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hätten den Mann am 30. Mai festgehalten, eine Person habe wiederholt auf ihn eingeschlagen, so dass er ins Krankenhaus musste, teilte der Flüchtlingsrat am Mittwoch mit.

«Dort wurde ein Augenhöhlenbruch und die Verletzung des Augapfels festgestellt.» Das Geschehen habe sich an der Einlasskontrolle zugetragen. Zum Tatzeitpunkt sei ein Subunternehmen des eigentlichen Sicherheitsdienstes im Einsatz gewesen.

«Andere Personen der Security haben sich ein paar Tage später entschuldigt, aber was bringt mir das jetzt? Ich bin ein friedlicher Mensch und wurde komplett ohne Grund zusammengeschlagen», zitierte der Flüchtlingsrat das Opfer: «Was schwarze Menschen hier nach der Flucht durchmachen, kann niemand verstehen. Auch von anderen Geflüchteten werden wir diskriminiert. Dabei will ich nichts außer dieses Heim verlassen, auf sämtliche Hilfe des Staates verzichten und eine Arbeitsgenehmigung bekommen.»

Dave Schmidtke, Sprecher des Sächsischen Flüchtlingsrates, erklärte: «Der Vorfall beweist, dass staatliche Aufgaben wie die Beherbergung von Asylsuchenden nicht einfach an private Sicherheitsbetriebe ausgelagert werden können.»