Wollte älteres Paar Selbstmord begehen?Wollte älteres Paar Selbstmord begehen?: Mann steuert Auto mit seiner Frau in die Elbe

Elster - Früher Freitagnachmittag. Auf der Elbpromenade in Elster sind vor 14 Uhr einige Einheimische, aber auch etliche Radtouristen unterwegs. Die Elsteraner Elbfähre liegt am Wartenburger Ufer, übergesetzte Fahrzeuge verlassen die „Schwimmbrücke“. Plötzlich legt ein älterer Fahrer den Rückwärtsgang ein, durchbricht die wasserseitige Schranke der Fähre und stürzt mit seinem Pkw und seiner Frau darin in den ...

Von Detlef Mayer 09.06.2017, 17:59

Früher Freitagnachmittag. Auf der Elbpromenade in Elster sind vor 14 Uhr einige Einheimische, aber auch etliche Radtouristen unterwegs. Die Elsteraner Elbfähre liegt am Wartenburger Ufer, übergesetzte Fahrzeuge verlassen die „Schwimmbrücke“. Plötzlich legt ein älterer Fahrer den Rückwärtsgang ein, durchbricht die wasserseitige Schranke der Fähre und stürzt mit seinem Pkw und seiner Frau darin in den Strom.

So etwa lässt sich das dramatische Geschehen anhand der Schilderungen von Zeugen vor Ort rekonstruieren.

Das Auto gerät in die Strömung und beginnt wohl relativ schnell zu sinken. Der 65-jährigen Frau gelingt es, durch eine heruntergelassene Scheibe des Pkw ins Freie, sprich ins Wasser zu gelangen und zu einer nahen Buhne zu schwimmen. Dort helfen ihr zwei hinzugeeilte Bürger aus der Elbe. Sie wird später von Rettungsdienst und Notärztin versorgt und zur genaueren Untersuchung bzw. Beobachtung ins Krankenhaus gefahren.

Der Wagen des aus Prettin stammenden Ehepaars versinkt vollends im Strom. Konnte der 70-jährige Fahrer ebenfalls aus dem Pkw kriechen? Ist er noch drin oder treibt er bereits weiter elbabwärts? Der SAR-Hubschrauber der Bundeswehr aus Holzdorf und später auch ein Helikopter der Polizei drehen Runden von Elster in Richtung Iserbegka, können aber niemanden entdecken.

Inzwischen haben Kameraden der alarmierten Feuerwehren (Elster, Gallin, Mühlanger) Boote zu Wasser gelassen. Elsteraner Einsatzkräfte schaffen es, das Auto nahe der Stelle, wo es zuletzt gesichtet wurde, ausfindig zu machen. Sie halten die Position lange mit ihrem Boot. Als fest steht, das zur Bergung des Pkw Taucher der DLRG benötigt werden, markieren Feuerwehrleute das Fahrzeug mit einer Boje.

Etwa zwei Stunden später treffen die Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft aus Zerbst ein. Einer von ihnen versucht, unter Wasser ein Seil an dem Wagen zu befestigen. Dabei kommt es abermals zu einem dramatischen Zwischenfall: Er verletzt sich und bekommt Kreislaufprobleme. Nachdem man ihn aus der Elbe heraus geholt hat, wird er mit Notarztbegleitung ebenfalls ins Krankenhaus gebracht.

Schließlich muss ein in Elster liegendes Arbeitsschiff des Wasserschifffahrtsamts ran. Mit der Schaufel eines Baggers hebt es das Autowrack an und transportiert es zur nächsten Buhne, wo es die Feuerwehr gegen 17.45 Uhr per Seilzug an Land holt. Dann wird zur traurigen Gewissheit, was die Rettungskräfte schon lange vermutet haben: Der Mann befindet sich noch in dem Pkw und er ist tot.

Nachdenklich stimmen Berichte von Zeugen - von der Fähre bzw. aus dem Kreis jener, die mit der Frau gesprochen haben - wonach sich der 70-jährige absichtlich in die Fluten gestürzt habe.

Drei Feuerwehren werden zur Suche bzw. Bergung von Fahrer und Pkw aus der Elbe in Elster beordert. Zudem Polizei (mit Helikopter), Rettungshubschrauber, Rettungsdienst und Notärztin, Wasserschutzpolizei, Wasserschifffahrtsamt sowie Taucher der DLRG. (mz)