Waldbrand bei Radis

Waldbrand bei Radis: Ein arg merkwürdiges Feuer

Radis - Kembergs Bürgermeister lobt die Kameraden von acht Wehren, die am Mittwoch in der Dübener Heide mit großem Engagement Schlimmeres verhindern.

Von Michael Hübner

Torsten Seelig (CDU) ist am Mittwochnachmittag die Erleichterung deutlich anzuhören: Die Dübener Heide hat keinen größeren Schaden genommen! Am Morgen gegen 9 Uhr gab es schlimmste Befürchtungen. Eine große Rauchwolke ist auf der Bundesstraße 100 bis vor den Toren der Stadt Gräfenhainichen zu sehen.

Doch woher genau kommt der Qualm? „Wir mussten erst mal das Feuer lokalisieren. Es gibt viele Waldwege in der Heide“, sagt Kembergs Stadtoberhaupt. Der Brandherd wird trotzdem schnell - Seelig spricht von zeitnah - gefunden. Das Feuer brach zwischen Radis und dem beliebten Ausflugsziel Ochsenkopf aus. „Die Flammen im Außenbereich wurden sofort eingedämmt“, berichtet Seelig. So sei das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht worden.

Trotzdem wird das Löschen zu einer besonderen Herausforderung. Der Weg zum dringenden Löschwasser ist ein weiter - der Mühlteich wird genutzt. „Die Agrargenossenschaft hat aber sofort geholfen und ein großes Wasserfass zur Verfügung gestellt“, so Seelig. Der Brand sei mitten im Wald ausgebrochen an einer sehr ungünstigen Stelle, berichtet er.

„Das ist merkwürdig, mehr als merkwürdig, arg merkwürdig“, schüttelt Seelig den Kopf. Die Botschaft des Verwaltungschefs ist eindeutig: Für ihn ist dies das Werk eines Brandstifters, der sich ganz bewusst eine schwer erreichbare Stelle ausgesucht habe. Und Seelig legt noch nach: Das erste große Heide-Feuer bei Oppin sei „auch nicht von allein“ entstanden.

So weit möchte sich Stadtwehrleiter Ingo Bartsch nicht aus den Fenster lehnen. Zum aktuellen Fall sagt er aber: „Ein bisschen komisch ist das schon. Die Sonne war am Morgen noch nicht sehr stark und Glas lag auf den Waldweg auch nicht.“

Für möglich hält er, dass eine achtlos weggeworfene Kippe für den Brand gesorgt habe. Aber auch das wäre fahrlässige Brandstiftung. Über die Verdachtsmomente sei die Polizei informiert worden. Die hat laut Bartsch die Situation dokumentiert. Die Polizei hat nach Angaben von Reviersprecherin Konstanze Lasch „routinemäßig“ ein Ermittlungsverfahren zur Brandursache eingeleitet.

Erste Erkenntnisse zu den Ursachen gebe es aber noch nicht. Nach ihren Angaben hält sich der Sachschaden in überschaubarem Rahmen. Das ist vor allem ein großer Verdienst der Kameraden von acht Feuerwehren aus der Region Kemberg und Gräfenhainichen. Die Leistungen der Einsatzkräfte - unter ihnen auch die Besatzung eines Polizei-Hubschraubers - werden von Bürgermeister Seelig ausdrücklich gewürdigt.

Laut Leitstelle der Kreisverwaltung brannte der Waldboden auf einer Fläche von etwa einem Hektar. Bäume, betont Lasch, seien nicht Opfer der Flammen geworden.

Übrigens war der Stadtwehrleiter mit dem erst am Freitag in Dienst gestellten neuen Kommandowagen mitten im Ort des Geschehens. „Das war aber keine Premiere“, sagt Bartsch. Er sei bestimmt schon zum zehnten Mal mit dem Fahrzeug unterwegs gewesen.

„Wir sind im Dauereinsatz“, so schildert er die aktuelle Situation mit der extrem hohen Brandgefahr durch den immer noch fehlenden Regen. (mz)