Vorhaben in Annaburg

Vorhaben in Annaburg: Was auf der Agenda steht

Annaburg - Trotz der Schwierigkeiten, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben, soll 2021 einiges in Angriff genommen werden. Was aus jetziger Sicht dazu gehört.

Von Frank Grommisch
Blick über den Annaburger Markt zum Schloss

Auch wenn die Corona-Pandemie für viele Hemmnisse sorgt, dennoch gibt es natürlich Pläne, was in diesem Jahr erreicht werden soll. Annaburgs Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer (parteilos) hat einige der Vorhaben benannt.

Ganz oben auf der Liste steht der Abschluss beim Erstellen der Eröffnungsbilanz als Basis für die Doppik. Bei dem Wort handelt es sich um eine Abkürzung. Sie steht für „Doppelte Buchführung in Konten“. In den Verwaltungen verursacht die Umstellung auf die Doppik seit Jahren einen deutlich höheren Personalaufwand. Teile der Eröffnungsbilanz werden nach und nach zur Prüfung beim Landkreis eingereicht. Je nach Ergebnis sei dann auf die Hinweise zu reagieren.

Klaus-Rüdiger Neubauer hofft, dass dieses Prozedere endlich zum Abschluss gebracht werden kann. Allerdings, ob das Ergebnis zufriedenstellend sein wird? „Es gibt keine einheitlichen Grundsätze“, sagt er. Die Eröffnungsbilanzen in den einzelnen Städten werden unterschiedlich aussehen. Die Annaburger, so ist er sich sicher, werde nicht mit der in Gräfenhainichen oder Kemberg vergleichbar sein. Zudem habe die coronabedingte Zwangspause der Annaburger Verwaltung über den Jahreswechsel dafür gesorgt, dass Arbeit liegen blieben musste. „Das holst du nicht so schnell auf.“

Zu den Schwerpunkten in der kommunalen Arbeit wird auch der 6. Juni gehören. An dem Tag stehen in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen an, im Kreis ist der künftige Landrat zu wählen und in Annaburg auch über den Bürgermeister zu entscheiden. Das müsse vorbereitet werden. Allerdings bleibe derzeit die Ungewissheit, wie die Wahl unter Corona-Bedingungen ablaufen könne.

Auf die Frage nach möglichen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Annaburg erklärt Klaus-Rüdiger Neubauer, dass jetzt noch nicht die Zeit reif sei, um darüber zu sprechen. Im September folgt dann noch die Wahl zum Bundestag. Auch sie wird für zusätzliche Verwaltungsarbeit sorgen.

Bei der Digitalisierung der Verwaltungsarbeit möchten die Annaburger weiter vorankommen, erklärt der Bürgermeister. Den Einwohnern sollen mehr Möglichkeiten angeboten werden, auf diesem Weg in Kontakt zu treten und Anliegen vorzubringen. Allerdings hat der Bürgermeister auch Bedenken. Notwendig wäre, dass Europäische Union, Bund, Länder und Kommunen den gleichen Standard anbieten.

Nicht, dass dann die Städte wieder aufgefordert werden, sich den Angeboten von übergeordneten Behörden anzupassen. Beim Einführen der digitalen Rechnungsverarbeitung sei die Verwaltung aus Sicht von Neubauer ziemlich weit. „Aber die Einführung hat sich vorher einfacher angehört.“

Für die Feuerwehr Prettin ist ein Mannschaftstransportwagen bestellt und der sei in Arbeit, kommt der Bürgermeister auf die weitere Verbesserung der Ausstattung zu sprechen. Das neue Fahrzeug werde so hergerichtet, wie es die Kameraden wollen, sagt Neubauer. Auch die Verfügbarkeit von Löschwasser soll weiter verbessert werden, neben der nun mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband vereinbarten Möglichkeit, im Notfall das Trinkwassernetz anzapfen zu können.

Ein Grund für Probleme bei der Leistungsfähigkeit von Flachspiegelbrunnen sieht der Bürgermeister im Absinken des Grundwasserspiegels.

Bei den Bauvorhaben erwähnt der Bürgermeister, dass es Vorhaben im Wegebau gibt. Straßen seien derzeit kein Thema. Es müsse erst mal abgewartet werden, was das Abschaffen der Straßenausbaubeiträge für die Kommunen bedeutet. Unklar sei, wie das Land das Geld an die Städte verteilen wolle. „Das wird noch sehr schwierig.“

In der Entscheidung zum Verwaltungssitz, ob der Standort Rathaus oder doch das Hinterschloss für die Aufgaben der Zukunft hergerichtet wird, wolle man etwas vorankommen. Aber derzeit sei nicht daran zu denken, dass die zugesagte Hilfe der Partnerstadt Verl beim Prüfen des Standorts Rathaus genutzt werden kann.

„Aus Verl kann derzeit niemand nach Annaburg kommen.“ Um eine detailliertere Analyse des Hinterschlosses solle sich ein Planungsbüro kümmern. Das Bauamt der Verwaltung sei nicht in der Lage, solch umfangreiche Untersuchen zu leisten. „Da steckt zu viel dahinter.“

Zum Dauerbrenner Corona merkt der Bürgermeister an, dass sich die Stadt darum bemühe, dass ältere Einwohner nicht in das Impfzentrum nach Wittenberg fahren müssen, sondern ihre Spritze vor Ort, etwa in Dorfgemeinschaftshäusern, bekommen. Es könne den betagten Einwohnern nicht zugemutet werden, extra nach Wittenberg zu fahren. Dazu liefen Gespräche mit dem Landkreis. (mz)