Kinder brechen ins Eis ein

Kinder brechen ins Eis ein: Retter reagiert schnell in Pretzsch

Pretzsch - Einem Erzieher aus dem Pretzscher Kinderheim ist es zu verdanken, dass bei dem Einbruch ins Eis am vergangenen Freitag nichts Schlimmeres passiert ist.

Von Marcel Duclaud

Der Mann hat nicht lange gezögert, sondern geistesgegenwärtig reagiert. Als ein Zögling aus der Wohngruppe, in der er als Erzieher arbeitet, ihm zurief, dass zwei Kinder gerade ins Eis eingebrochen seien, warf er schnell einen Teil seiner Klamotten ab und stürzte hinaus, über den Deich.

Es waren dramatische Minuten, die sich auf den Elbwiesen in Pretzsch am vergangenen Freitag abgespielt hatten. Am späten Nachmittag gerieten die beiden Kinder, die offenkundig auf dem brüchigen Eis unterwegs waren, in die kreuzgefährliche Situation, aus der sie sich nicht selber befreien konnten.

Das Wasser an der Stelle soll etwa einen Meter tief gewesen sein. Ihr Glück war, dass sie unweit der Kavalierhäuser des Kinder- und Jugendheimes Schloss Pretzsch spielten und von dort beobachtet wurden.

Siegrun Leine, Leiterin des Kinderheimes, ist sehr froh, dass die Sache glimpflich abging und ihr Mitarbeiter so schnell gehandelt hat, um die Kinder aus dem eiskalten Wasser zu befreien: „Alle waren sehr erschrocken“, schildert sie. Und betont, dass es sich bei den beiden Kindern, die auf den Elbwiesen ins Eis eingebrochen waren, nicht um Bewohner des Heimes handele, wie viele vermuteten: „Ich kenne die beiden nicht.“

Der Erzieher hat sich nach ihren Worten bei der Rettungsaktion leichte Verletzungen, von Schnittwunden ist die Rede, zugezogen. Entgegen erster Berichte sei er aber nicht, wie die beiden Kinder, ins Krankenhaus gebracht worden. Inzwischen allerdings hat sich der Retter, der am Wochenende noch seine Aufgaben als Erzieher wahrgenommen haben soll, krank gemeldet, berichtet die Kinderheim-Leiterin.

Sie hofft, dass es ihm bald wieder gut geht. Zugleich weist sie darauf hin, dass die Mädchen und Jungen, die im Pretzscher Kinder- und Jugendheim leben, regelmäßig belehrt werden: „Die Eisflächen locken, na klar. Aber wir warnen eindringlich davor, das Eis zu betreten.“

Dass die Kinder bereits gerettet waren, als die zu Hilfe gerufenen Feuerwehren aus Pretzsch und Sachau eintrafen, bestätigt Robby Leuker, Chef der Pretzscher Feuerwehr. Bis zur Ankunft des Rettungsdienstes sind die beiden unterkühlten Kinder und ihr Helfer gewärmt worden, so Leuker.

Auch er betont, dass es gefährlich ist, die Eisflächen auf den Elbwiesen zu betreten. „Das Eis dort war am Freitag schon sehr brüchig.“ Wenn der Erzieher nicht so schnell reagiert hätte, hätte die Sache ein böses Ende nehmen können. (mz)