Fußball

Fußball: Klatsche bei Generalprobe

Wittenberg/MZ - Das Wort Demontage gehört eigentlich nicht zum Stammvokabular von Olaf Aßmann. Dem Co-Trainer des Fußball-Oberligisten FC Grün-Weiß Piesteritz fällt jedoch kein anderer Begriff ein, um die 0:7-Klatsche gegen den Anschlusskader des Drittligisten RB Leipzig korrekt zu beschreiben. „Das war kollektives Versagen“, fügt er an und betont, dass die Generalprobe vor dem Saisonstart am 10. August gegen den FC Carl Zeiss Jena II ordentlich in die Hosen gegangen ist. „Bloß gut“, sagt er, „dass wir am Sonnabend nicht gegen die erste Garnitur gespielt haben. Die Niederlage wäre wahrscheinlich zweistellig ausgefallen.“ Der 44-Jährige unternimmt nach dem blamablen Auftritt in Leipzig nicht den Versuch, die deftige Klatsche ...

Von thomas Tominski

Das Wort Demontage gehört eigentlich nicht zum Stammvokabular von Olaf Aßmann. Dem Co-Trainer des Fußball-Oberligisten FC Grün-Weiß Piesteritz fällt jedoch kein anderer Begriff ein, um die 0:7-Klatsche gegen den Anschlusskader des Drittligisten RB Leipzig korrekt zu beschreiben. „Das war kollektives Versagen“, fügt er an und betont, dass die Generalprobe vor dem Saisonstart am 10. August gegen den FC Carl Zeiss Jena II ordentlich in die Hosen gegangen ist. „Bloß gut“, sagt er, „dass wir am Sonnabend nicht gegen die erste Garnitur gespielt haben. Die Niederlage wäre wahrscheinlich zweistellig ausgefallen.“ Der 44-Jährige unternimmt nach dem blamablen Auftritt in Leipzig nicht den Versuch, die deftige Klatsche schönzureden.

Ganz im Gegenteil. Aßmann kündigt an, dass im heutigen Training heftige Worte fallen werden, einige Kicker haben sich wieder aus der Stammelf gespielt. „So darf man sich nicht präsentieren“, meint der Co-Trainer, dem die vermasselte Generalprobe mächtig an der Ehre kratzt. „Einziger Lichtblick war Verteidiger Marko Trogrlic“, fügt er hinzu. Der 22-Jährige habe einen tollen Einsatz gezeigt. Trainerkollege Alexander Zorniger (RB Leipzig) betont, dass seine Mannschaft eine ordentliche Leistung gezeigt und sich sehenswerte Tore herausgespielt hat. Ihm war es wichtig, dass die Kicker Spielpraxis gesammelt haben, die zuletzt weniger zum Einsatz gekommen sind.

Dominanter Gastgeber

Trotz der hochsommerlichen Temperaturen geht es im Trainingszentrum Cottaweg von Anbeginn ordentlich zur Sache. RB Leipzig ist klar Chef auf dem Platz, agiert sehr abgeklärt und zeigt im Spielaufbau viel Übersicht. „Das hat der Gegner richtig clever gemacht“, sagt der Piesteritzer Trainer, der von zwei Halbchancen des FC Grün-Weiß im ersten Abschnitt spricht. Die Dominanz der Hausherren drückt sich auch schnell in Toren aus. Nach Pass von Timm Röttger schiebt Matthias Morys zur Führung ein (14.). Nach Foul an Denis Thomalla erhöht Rockebach vom Elfmeterpunkt auf 2:0 (25.). Den dritten Treffer vor dem Wechsel markiert André Luge (35.). „Der Gegner hat sehr aggressiv und bissig gespielt“, meint Aßmann, der diese Dinge bei seiner Mannschaft nicht gesehen hat.

Erste Möglichkeiten

Auch im zweiten Abschnitt bleibt RB Leipzig Chef auf dem Platz und dominiert das Testspiel nach Belieben. Thomalla sorgt mit einem Doppelpack (61., 64.) für die Vorentscheidung. Piesteritz ist jetzt etwas präsenter. Tim Hebsacker hat sogar die große Chance, den Ehrentreffer zu erzielen. Frei stehend scheitert er jedoch am Leipziger Keeper Erik Domaschke (55.). Aßmann ärgert sich, dass Hebsacker in dieser Szene so eigensinnig gehandelt hat. Denn Jeffrey Neumann oder Frank Lehmann stehen besser postiert. Neumann (82.) versucht es später noch mit einem Distanzschuss, der aber das gegnerische Gehäuse verfehlt. Lehmann (89.) setzt einen Kopfball neben den Pfosten. Die letzten zwei großen Auftritte in dieser Testpartie haben die Gastgeber. Friedrich Wolf staubt einen Abpraller ab (81.), vier Minuten vor dem Ende markiert Timo Röttger das 7:0. „Der Sieg für RB ist auch in dieser Höhe völlig verdient“, sagt der Piesteritzer Co-Trainer abschließend. Er macht kein Hehl daraus, dass Leipzig „super Fußball“ gespielt hat.

Grün-Weiß Piesteritz: Jan Lindemann (65. Marvin Kleinschmidt), Robert Römer, Philipp Schlüter, Pawel Wojchiechowski, Marko Trogrlic, Dawid Ambroziak (46. Tim Hebsacker), Mateusz Wisniewski (65. Pitt Schultz), Kevin Gerstmann, Tobias Haufe, Oliver Hinkelmann (46. Frank Lehmann), Jeffrey Neumann