Beschlussvorlage für Kreistag

Beschlussvorlage für Kreistag: Schulsozialarbeit soll auf lange Sicht erhalten bleiben

Jessen/Wittenberg - Die Schulsozialarbeit im Kreis Wittenberg soll über das Jahr 2020 hinaus Bestand haben. In einer gemeinsamen Sitzung haben am Donnerstag der Schul- und Kulturausschuss und der Jugendhilfeausschuss dazu einen Grundsatzbeschluss für den Kreistag am 19. Juni vorbereitet. Land und Bund werden aufgefordert, die auskömmliche Finanzierung zu ...

Von Ute Otto

Die Schulsozialarbeit im Kreis Wittenberg soll über das Jahr 2020 hinaus Bestand haben. In einer gemeinsamen Sitzung haben am Donnerstag der Schul- und Kulturausschuss und der Jugendhilfeausschuss dazu einen Grundsatzbeschluss für den Kreistag am 19. Juni vorbereitet. Land und Bund werden aufgefordert, die auskömmliche Finanzierung zu leisten.

Im Kreis Wittenberg sind 30 Schulsozialarbeiter tätig, längst nicht an allen Schulen. Acht Sozialpädagogen - sie arbeiten an Grundschulen, in der Re-Integrationsklasse und in einer Sprachförderklasse - werden aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung bezahlt, das zum Ende dieses Jahres ausläuft.

Für die anderen, hauptsächlich an Sekundarschulen tätigen Sozialarbeiter fließt noch bis Ende 2020 Geld aus dem Europäischen Sozialfonds. „Wir haben uns 2008 mit Blick auf die hohe Schulabbrecherquote zum Aufbau der Schulsozialarbeit bekannt“, sagte Jugendhilfeausschussvorsitzende Corinna Reinecke (SPD).

Ein Abbruch mit Auslaufen der Förderung würde viel Erreichtes zunichte machen. Laut Informationen der Netzwerkstelle „Schulerfolg sichern“ werden über die Schulsozialarbeiter pro Schuljahr rund 6 600 Schüler erreicht. Sie erhalten Unterstützung in Krisensituationen durch schulische wie familiäre Probleme.

Insgesamt habe sich unter ihrer Mitarbeit das Schulklima und damit die Schulzufriedenheit der Kinder und Jugendlichen verbessert. Der Arbeit der Schulsozialarbeiter sei es zu verdanken, dass der Anteil der Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, von 2009 bis 2016 von 9,1 auf 8,6 Prozent gesunken sei und sich der Anteil der Realschulabschlüsse von 28,2 auf 33,2 Prozent erhöht habe. Indem sie auch durch außerschulische Angebote beitragen, dass sich die Schulen dem Gemeinwesen öffnen, seien sie Partner für die Kommunen.

In der ersten Konsequenz des Grundsatzbeschlusses soll der Kreistag bis 2020 pro Jahr 400.000 Euro für die Schulsozialarbeiter bereitstellen, deren Förderung Ende dieses Jahres ausläuft. „Wir können auch hinsichtlich des Fachkräftemangels keinen Abbruch zulassen“, sagte Enrico Schilling (CDU) in der Befürchtung, dass die Sozialpädagogen abspringen, wenn ihnen nicht ein nahtloser Anschluss geboten wird.

Darüber hinaus soll der Kreistag am 19. Juni den Bedarfsplan für die Schulsozialarbeit beschließen. Um diese flächendeckend zu leisten, werden 75,3 Stellen benötigt, was mehr als eine Verdopplung der Zahl der Schulsozialarbeiter bedeutet. Wie Jutta Schamberger der MZ berichtete, erreichen die Netzwerkstelle täglich Anträge von Schulen auf Sozialarbeiter.

Und in der Sitzung kam zur Sprache, dass auch Horte - als Beispiel wurde die Wittenberger Geschwister-Scholl-Schule genannt - Bedarf anmelden. Die Finanzierung ist jedoch nicht Bestandteil des Bedarfsplanes. (mz)