Ausstellung in Coswig

Ausstellung in Coswig: Naturfotograf zeigt Bilder aus aller Welt

Coswig - Am vergangenen Wochenende war Martin Demmel wieder auf der Jagd. Bewaffnet allerdings nur mit seiner Canon und dem 500-mm-Objektiv. Im Hof hängen Wathose und Tarnanzug zum Trocknen und abgedeckt unter einer Plane wartet sein Floating Hide, ein schwimmendes Tarnversteck, auf den nächsten Einsatz in heimischen ...

Von Ilka Hillger 18.09.2017, 06:00

Am vergangenen Wochenende war Martin Demmel wieder auf der Jagd. Bewaffnet allerdings nur mit seiner Canon und dem 500-mm-Objektiv. Im Hof hängen Wathose und Tarnanzug zum Trocknen und abgedeckt unter einer Plane wartet sein Floating Hide, ein schwimmendes Tarnversteck, auf den nächsten Einsatz in heimischen Gewässern.

Demmel ist Naturfotograf. Was ihm im Laufe der Zeit vor die Kamera kam, stellt er seit wenigen Tagen in einer Ausstellung im Coswiger Rathaus aus. Die schönsten fotografischen Ausbeuten hat er dafür auf Leinwand gezogen und bringt nun ins Treppenhaus und auf die Flure der Coswiger Verwaltung heimische und internationale Fauna, Vögel vor allem, aber auch anderes Getier.

Zuhause ist der gebürtige Zerbster in Dessau, eine Schau mit seinen Arbeiten steht in der Heimatstadt jedoch noch aus. Über Coswig nähert er sich ihr gewissermaßen so behutsam, wie er es auch bei seinen Ausflügen mit der Kamera hält, um die begehrten Motive aus der Tierwelt auf die Speicherkarte zu bannen.

Seine Canon hat der 34-Jährige im Laufe seines Hobbys schon auf alle Kontinente der Erde gebracht. In vier Wochen nimmt er sie wieder mit nach Papua in Indonesien. Da sollen die Korallen noch nicht so viel von ihrer Farbenpracht eingebüßt haben, wie es andernorts durch den Klimawandel bereits geschehen ist. „Das muss ich noch mal sehen“, sagt der beim Pharmakonzern IDT beschäftigte Ingenieur.

Im Jahresurlaub geht's ans andere Ende der Welt

Also führt der Jahresurlaub mit der Freundin ans andere Ende der Welt. „Wir haben die gleichen Interessen und schnorcheln auch gerne, Meer sollte also immer dabei sein“, sagt er und die Kameraausrüstung natürlich auch. Punktgenau passt sie ins Handgepäck.

Gewachsen ist Demmels Technik fürs Fotografieren so richtig nach einem Aufenthalt als Student in Brasilien. Da hatte er sich einen Job im Pantanal, dem größten Binnenland-Feuchtgebiet der Erde, besorgt und lernte Olivier Grunewald kennen. Der namhafte Naturfotograf war damals für die Zeitschrift National Geographic unterwegs und Martin Demmel wurde sein Begleiter.

„Erst habe ich über die stundenlange Warterei hinter der Kamera den Kopf geschüttelt“, sagt er und war damals umso erstaunter, als er die Ergebnisse des Profis sah. „Mit den ersten Tipps, die ich von Grunewald bekam, fing alles an“, so Martin Demmel.

Ein Foto hat es in den internationalen Kalender von Swarovski Optik geschafft

Inzwischen hat er die neunte Kamera in Betrieb genommen, blieb seiner ersten Marke aber immer treu, denn „das ist eine Grundsatzentscheidung, man wechselt die Ausrüstung nicht einfach“. Neben guter Technik ist viel Geduld die wichtigste Zutat zu seinem Hobby. Aufnahmen vom Seeadler oder vom Schwarzstorch, entstanden im Bonschen Teich bei Zerbst sind dann die Belohnung. Oder auch mal der Regenbogentukan, wie man ihn auch in der Coswiger Ausstellung im Rathaus sieht.

Der farbenprächtige Vogel hat es jetzt in den internationalen Kalender von Swarovski Optik, dem Hersteller hochpreisiger Ferngläser geschafft. „Ich vertrete darin Deutschland“, ist Martin Demmel stolz. Das Honorar fürs Foto hat er sich mit einem Produkt der Firma begleichen lassen. So gut gerüstet kann es nun nach Papua gehen und eines ist sicher. Nach diesem Urlaub sind die Speicherkarten wieder voll.

››Mehr Informationen zu dem Fotografen gibt es hier. (mz)