Welche Vorsichtsmaßnahmen die Polizei empfiehlt

Zahl der Taschendiebstähle in Mansfeld-Südharz steigt stark an

Von Roman Fürst
Taschendiebe schleichen sich oft von hinten an und schlagen zu.
Taschendiebe schleichen sich oft von hinten an und schlagen zu. Foto: dpa

Sangerhausen/Eisleben/Hettstedt/MZ - Unabhängig davon, wie sie passieren, sind Taschendiebstähle immer ärgerlich für die Opfer. Zuletzt ist die Anzahl der Taschendiebstähle in der Region laut einer aktuellen Statistik der Polizei sogar gestiegen. „In diesem Jahr wurden im Landkreis Mansfeld-Südharz bisher insgesamt 15 Taschendiebstähle zur Anzeige gebracht“, sagt Steffi Schwan, Sprecherin des Polizeireviers Mansfeld-Südharz. Dabei lasse sich in den vergangenen Monaten eine deutliche Steigerung bei der Anzahl der Taschendiebstähle erkennen.

Diebe nutzen kurze Momente der Unaufmerksamkeit

Während im ersten Quartal dieses Jahres drei Taschendiebstähle zur Anzeige gebracht wurden, waren es im zweiten Quartal bereits zehn Diebstähle im Landkreis. Im laufenden dritten Quartal seien inzwischen schon zwei Taschendiebstähle zur Anzeige gebracht worden, so Schwan. Die Diebstähle seien demnach in mehreren Gemeinden im Landkreis vorgefallen, vorzugsweise in oder vor Supermärkten.

Schwan berichtet beispielsweise von einem Vorfall, der sich Anfang Juli an einem Supermarkt in Sangerhausen ereignet hatte: „Nachdem eine 68-jährige Frau ihren Einkauf samt Handtasche in ihrem Fahrzeug auf dem Parkplatz verstaut hatte, brachte sie den von ihr genutzten zum Abstellplatz zurück.“ Für diesen kurzen Moment sei das Fahrzeug nicht verschlossen gewesen. „Diesen Augenblick nutzte ein unbekannter Täter und entwendete ungehindert die Handtasche mit persönlichen Dokumenten und Bargeld“, so Schwan. Die EC-Karte, die sich in der Handtasche befand, habe der Täter anschließend eingesetzt und einen hohen Bargeldbetrag vom Konto der Geschädigten abgehoben.

Oftmals wird von Taschendieben auch der Umstand ausgenutzt, wenn Opfer in den Supermarktregalen etwas suchen. In der Zwischenzeit werde das Portemonnaie aus dem am Einkaufswagen zurückgelassenen Beutel oder Rucksack gestohlen, so Schwan. Auch das Gedränge an der Kasse werde von Taschendieben häufig ausgenutzt.

Was die Polizei rät

Um Diebstählen vorzubeugen, rät die Polizeisprecherin: „Lassen Sie ihre Wertsachen, speziell die Handtasche oder Geldbeutel nicht unbeaufsichtigt“, so Schwan. Dies gelte insbesondere auch für das Einkaufen im Supermarkt oder bei der Rückgabe des Einkaufswagens auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt.

Zudem solle man den Pin-Code für die EC-Karte nie im Geldbeutel aufbewahren, sondern die Geheimzahl möglichst auswendig kennen. „Nehmen Sie immer nur so viel Geld oder Kreditkarten mit, wie Sie wirklich brauchen. Trennen Sie das Geld und die notwendigen Dokumente und tragen es möglichst körpernah“, rät Schwan. Die Neubeschaffung der Dokumente nach einem Diebstahl nehme meistens viel Zeit in Anspruch und verursache Kosten. „Taschendiebe nutzen jede Unachtsamkeit, denn sie beobachten ihre Opfer genau“, so Schwan.

Falls es doch zum Diebstahl des Geldbeutels kommt, empfehle sie, das Konto zu sperren und den Vorfall sofort zu melden. Die Polizei könne beispielsweise auch die gestohlene EC-Karte für das elektronische Lastschriftverfahren, für das nur eine Unterschrift und kein Pin-Code benötigt wird, sperren, so Schwan. Ansonsten gelte auch die zentrale Karten-Sperrnummer 116 116.