Wichtiger Rückzugsort

Wie man Gärten als Oase für Tier und Mensch gestaltet

Symbolbild - Garten
Symbolbild - Garten (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Sangerhausen/Eisleben/Hettstedt/MZ - Gärten: Orte zum Entspannen, Pause machen und Seele baumeln lassen, zum kreativen Ausleben und geselligem Beisammensein. Genauso können Gärten eine Stätte der biologischen Vielfalt und ein Paradies für den Artenschutz sein. Zahlreiche Tipps und Tricks dafür liefert die Nabu-Aktion „Gönn dir Garten“.

„Der Druck auf die Landschaft steigt. Zahlreiche Flächenversiegelungen und die Intensivierung der Landwirtschaft lassen immer mehr Hecken, Säume und wilde Wiesen verschwinden“, erklärt Grit Liebelt, Naturschutzreferentin beim Nabu Sachsen-Anhalt, in einer Pressemitteilung. „Damit gehen wichtige Lebensräume und Nahrungsquellen für heimische Insekten und Vögel verloren. Gerade unsere Gärten können dann zu einem wichtigen Rückzugsort werden.“

Garten als Oase für viele Arten

Es gibt viele Möglichkeiten, einen naturnahen, bunten Garten zu gestalten und so eine Oase für die biologische Vielfalt vor der heimischen Haustür zu schaffen. „Das Schöne an der Aktion ist, dass für jeden etwas dabei ist: Vom Vogel- oder Insektenliebhaber über Naschkatzen und Kräuterfreunde“, freut sich Grit Liebelt. Ein buntes Beet aus heimischen Wildstauden liefert viele Pollen und Nektar und ist bei zahlreichen Insekten beliebt. Über Bäume und Sträucher freuen sich die Vögel, denn sie liefern Nistplätze und Schutz sowie eine Nahrungsquelle. Natürlich sollten auch hier nur heimische Arten gepflanzt werden.

Für den Naschgarten können zahlreiche Beeren gepflanzt werden, aber auch Tomaten und Paprika, Obstbäume und Wildkräuter sind nicht nur für uns lecker. Ihre Blüten bieten Hummeln, Bienen und Schmetterlingen ebenfalls ein reichhaltiges Buffet. Naturnahe Gärten können sehr pflegeleicht sein, denn vor allem die Unordnung und Wildheit steht für einen vielfältigen Lebensraum. „Verblühte Stauden und Ecken mit Totholz sind die optimale Versteckmöglichkeit für viele Insekten“, erklärt die Naturschutzreferentin.

Verzicht auf Pestizide und Giftstoffe

Nicht nur Gärten können in ein Paradies für Insekten und Vögel verwandelt werden. Mit der richtigen Pflanzenwahl können auch Balkon und Terrasse ein Ort der biologischen Vielfalt sein. Minze, Thymian, Rosmarin und Majoran werden für die Küche gebraucht und bieten Pollen und Nektar in Hülle und Fülle. Gleiches gilt für Erdbeeren, Tomaten, Paprika oder Ruccola. Wer es lieber bunt und blütenreich mag, kann heimische Wildblumen in Kübeln und Töpfen aussäen. Auch Nistkästen, Insektenhotels und Vogeltränken können auf Balkon und Terrasse angebracht werden.

Egal ob Garten oder Balkon, Kräuterbeet oder heimische Hecke, ein paar Regeln gelten für alle Naturgärten. Wichtig für Insekten und damit auch für Vögel ist der Verzicht auf Pestizide und Giftstoffe. Zur Schädlingsbekämpfung lieber den heimischen Nützlingen die Arbeit überlassen.

›› Weitere Informationen gibt es online unter: www.NABU.de/gartenvielfalt