Vertrag mit Telekom wird unterzeichnet

Wie lange der Breitbandausbau in Mansfeld-Südharz noch dauert

Von Joel Stubert
Symbolbild - Glasfaseranschluss
Symbolbild - Glasfaseranschluss (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Sangerhausen/Eisleben/Hettstedt/MZ - Es dürfte einer der letzten offiziellen Termine Angelika Kleins als Landrätin sein. Am Donnerstag unterschreibt sie die Verträge über die zweite Ausbaustufe des Breitbandausbaus im Landkreis. Dann geht es aber immer noch nicht los, sondern die Unterschrift bedeutet, dass die Telekom, die den Zuschlag erhalten hat, in die Feinplanung für den Ausbau einsteigen kann. Man werde nun eine Tiefbau-Firma auswählen und Material bestellen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Parallel hole man die Baugenehmigungen ein.

Langsames Vorankommen beim Breitbandausbau in Mansfeld-Südharz

Es geht also voran, wenn auch langsam. Schon im Januar hatte beispielsweise die Bundesnetzagentur dem Vertrag zwischen dem Landkreis und der Telekom zugestimmt. Ein halbes Jahr später nun soll die Tinte trocknen. Mit Vertragsunterzeichnung hat die Telekom 48 Monate Zeit, das Vorhaben umzusetzen. „Ich bin sehr froh, dass ich zum Ende meiner Amtszeit die Verträge unterzeichnen kann“, sagt Landrätin Klein. „Nachdem wir in den letzten Monaten hart an der Sicherstellung der Finanzierung des Glasfaserausbaus gearbeitet haben und diese dank des Landes nun gesichert ist, können wir den Startschuss für die Realisierung geben.“ Das sei ein gutes Signal für alle Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen, die händeringend auf einen Glasfaseranschluss angewiesen seien.

Knapp 6.300 Privathaushalte und rund 658 Unternehmen werden nach dem Abschluss des Glasfaser-Ausbaus profitieren. „Das neue Netz ermöglicht Bandbreiten bis zu ein Gigabit pro Sekunde. Es ist so leistungsstark, dass Arbeiten und Lernen zuhause, Video-Konferenzen, Surfen und Streamen gleichzeitig möglich sind“, warb Kreissprecher Uwe Gajowski in einer Mitteilung. Die Telekom werde mehr als 1.100 Kilometer Glasfaserkabel bis ins Haus verlegen und 180 neue Netzverteiler aufstellen.

Tausend Anschlüsse in der ersten Runde vergessen

Das Land Sachsen-Anhalt stelle für die zweite Ausbaustufe Mittel in Höhe von rund 9,5 Millionen aus Mitteln des Europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bereit, so Gajowski. „Zusammen mit dem Zuschuss des Bundes über rund 22 Millionen Euro kann der Landkreis ohne finanziellen Eigenanteil eines der größten Glasfaserprojekte in Sachsen-Anhalt umsetzen.“

Zur Erinnerung: Die zweite Ausbaurunde war notwendig geworden, weil bei der ersten Runde mehrere Tausend Anschlüsse vergessen worden waren. Da allerdings eine Nachmeldung für die erste Ausbaustufe nicht mehr möglich war, kommen sie in der zweiten dran. Diese umfasst Glasfaserausbau, da inzwischen nur solche Ausbaue gefördert werden.