Fünf Millionen Euro für die Sanierung

Wie die Arbeiten in der Stolberger Martinikirche voranschreiten

Die Stolberger Martinikirche ist eine der größten Baustellen in der Region. Künftig soll sie als Kulturkirche einen neuen Stellenwert bekommen.

Von Helga Koch
Eine Begehung im Dachgebälk der Stolberger Martinikirche mit Bauleiterin Andrea Wolf und Elektroplaner Heiko Methling. (Foto: Maik Schumann)

Stolberg

„Es wäre nicht schlecht“, sagt Bauleiterin Andrea Wolf vom Erfurter Architekturbüro Goedecke.Raschke, „wenn der Zimmermann jetzt käme.“ Für Holz liegen die Lieferfristen bei zehn Wochen, deshalb gehen die Arbeiten am Dach des Langhauses der Stolberger Martinikirche nicht so zügig voran wie erhofft. Seit 2019 ist die Kirche eine der größten Baustellen in der Region. Rund fünf Millionen Euro hat die Kirchengemeinde für die Sanierung veranschlagt, mit 3,8 Millionen Euro beteiligt sich Sachsen-Anhalt. Rechtzeitig vorm Bauernkriegsjubiläum im Jahr 2025 soll St. Martini als Kulturkirche aufgewertet werden; Reformatoren wie Martin Luther und Thomas Müntzer haben hier gepredigt.

LED-Technik ersetzt die Kronleuchter in der Stolberger Martinikirche

Diesmal hat sich die Bauleiterin mit Heiko Methling verabredet. Der Gothaer plant die Elektrotechnik. Mit der Bauleiterin steigt er über Treppen und Gerüstleitern bis unters Dach. Sie überlegen, wo künftig die Leuchten angebracht werden müssten. Denn die großen, messingfarbigen Kronleuchter sollen verschwinden. Vergleichsweise schlichte, zylinderförmige Lampen sollen die Kirche ausleuchten. „Wir verwenden spezielle Leuchten für Kirchen, die LED-Technik haben und dimmbar sind, sagt Methling“ Mit der Denkmalbehörde sei alles abgestimmt. Unter anderem plant er auch die Brandschutzanlage für die Kirche.

Auch der Innenraum der Kirche ist eingerüstet.
(Foto: Maik Schumann)

Überall wird gewerkelt, riesige Gerüste sind außen und im Inneren der Kirche gestellt. An der Südfassade sind Schäden am Mauerwerk zu beheben, an den Gauben wird gearbeitet. Am Chor werden zur statischen Sicherung Anker gesetzt. Die Chorfenster sind mit großem Aufwand ausgebaut und nach der Restaurierung im Oktober wieder eingesetzt worden. Damit die über 300 Jahre alte Papeniusorgel während der Arbeiten nicht leidet, ist sie eingehaust worden. Regelmäßig springt ein Lüfter an, damit sich im Instrument kein Schimmel bildet.

Der Altar
(Foto: Maik Schumann)

Wintereinbruch kostete Zeit bei den Bauarbeiten

Unterm Kirchturm ist der Glockenstuhl inzwischen ausgebaut worden, hier soll ein behindertengerechter Zugang in die Kirche entstehen. „Statt des Glockenstuhls ist nun ein Glockenschrank geplant“, sagt die Bauleiterin. Bei den Erdarbeiten wurden - wie erwartet - Reste des Fundaments der einstigen Dreikönigskapelle gefunden und dokumentiert. „2019/20 sind wir gut über den Winter gekommen und konnten durcharbeiten“, sagt Andrea Wolf. Doch als am 4. Januar dieses Jahres das Gerüst neu gestellt werden sollte, lag es unter einem halben Meter Schnee vergraben. Acht Wochen habe der Wintereinbruch gekostet, stellt die Bauleiterin fest. Diese Zeit gelte es nun aufzuholen: „Wir müssen dieses Jahr fertig werden.“ (mz)