Treff für Jung und Alt

Wie das Dorfstübchen in Welbsleben nach dem Corona-Lockdown wieder durchstartet

Im vergangenen Jahr musste die Welbsleber Begegnungsstätte nach kurzer Zeit coronabedingt wieder schließen. Nun geht’s vor Ort mit neuem Programm weiter.

Von Tina Edler
Walter Helbling, Renate Fischer, Barbara Held und Roswitha Huber betreuen das Welbsleber „Dorfstübchen“ und freuen sich auf viele Gäste.
Walter Helbling, Renate Fischer, Barbara Held und Roswitha Huber betreuen das Welbsleber „Dorfstübchen“ und freuen sich auf viele Gäste. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Welbsleben/MZ - Barbara Held, Walter Helbling, Renate Fischer und Roswitha Huber sitzen am gedeckten Tisch, die Kaffeetassen klappern und immer wieder wandert ein Stück selbst gebackener Kuchen auf die Teller. Die Stimmung ist ausgelassen: „Wir sind so froh, dass wir wieder öffnen können“, sagt Barbara Held. Die Rede ist vom Dorfstübchen in Welbsleben. Die Einrichtung im Arnsteiner Ortsteil hatte erst im vergangenen Herbst in den Räumen der ehemaligen Kindertagesstätte in der Straße Am Bach sein Domizil eröffnet.

Nähkurs und Tipps im Umgang mit dem Smartphone

Dann kam der nächste Corona-Lockdown, und die Türen zum Dorfstübchen blieben wieder zu. „Da wir nur wenige Wochen auf hatten, konnte es nicht richtig anlaufen“, sagt Barbara Held rückblickend. Die Resonanz sei dennoch sehr gut gewesen. Zwischen 15 und 20 Leute waren in der kurzen Zeit regelmäßig zum „offenen Treff“ an den Dienstagen da, ergänzt Roswitha Huber, Vorstandsmitglied im Heimat- und Kulturverein Welbsleben. Der Verein, dem auch Barbara Held, Walter Helbling und Renate Fischer angehören, ist federführend für das Dorfstübchen verantwortlich. „Viele vom Verein haben Sachspenden gegeben wie Möbel, Bilder und so weiter“, zählt Held auf.

Doch der Treff soll nicht einfach nur ein Ort der Begegnung sein. Die Vereinsmitglieder haben erneut ein kleines Programm mit Kursen auf die Beine gestellt. Im vergangenen Jahr stand ein solcher Plan schon einmal fest, musste aber aufgrund der coronabedingten Schließung gestrichen werden. Nun werden einige der Angebote wieder aufgenommen. Barbara Held bietet einen Nähkurs an und Walter Helbling gibt Tipps für Senioren im Umgang mit der Handytechnik. Außerdem gibt es dienstags Kaffee- und Kuchenrunden, der Treff hat dann immer 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Dorfstübchen als Möglichkeit, Anschluss zu finden

Gut gefüllt sei mittlerweile auch die Bücherecke, wirbt Held für das weitere Angebot im Dorfstübchen. Während des Lockdowns hätten viele Leute Bücher vorbeigebracht. Auch Kinderbücher und DVDs gäbe es mittlerweile reichlich. „Wir würden uns freuen, wenn die Leute jetzt wieder regelmäßig kommen und was ausleihen“, sagt sie. Generell haben die Stübchen- und Vereinsmitglieder den Nachwuchs im Fokus. Bereits in den vergangenen Monaten sollten zu Nikolaus und Ostern Bastelstunden stattfinden, mussten aber coronabedingt ausfallen. In der künftigen Planung sind die Angebote wieder vorgesehen. „Wir sind auch offen für weitere Ideen und würden uns natürlich über mehr Mitstreiter freuen, auch jüngere“, sagt Held.

Eine solche Kandidatin ist Inga Kreutz. Die 35-Jährige wohnt mit ihrer Familie erst seit Dezember in Welbsleben. Zuvor hat die gebürtige Ascherslebenerin viele Jahre am Bodensee gelebt. Mit den drei Kindern wollte sie aber wieder zurück in die alte Heimat, und damit in der Nähe der Familie sein. Zur Wiederöffnung des Dorfstübchens stattete sie den Organisatoren einen Besuch ab. „Für mich ist der Treff eine Möglichkeit, einen Anschluss im Ort zu finden“, sagt sie. Heutzutage seien viele Menschen eher eigenbrötlerisch unterwegs, findet Kreutz. Den Kontakt zu den Einheimischen zu knüpfen, sei da nicht immer so einfach. Ein Anlaufstelle wie das Dorfstübchen helfe den Neulingen, aber auch der Gemeinschaft, sagt Kreutz.