Großer Sanierungsbedarf

Was die Adendorfer Kirche „St. Moritz“ so besonders macht

Von Felix Fahnert
Pfarrerin Anna-Maria Binder und Gemeindekirchenrat Christoph Hofmann in der Kirche St. Moritz in Adendorf (Einheitsgemeinde Gerbstedt)
Pfarrerin Anna-Maria Binder und Gemeindekirchenrat Christoph Hofmann in der Kirche St. Moritz in Adendorf (Einheitsgemeinde Gerbstedt) Foto: Felix Fahnert

Adendorf/MZ - Große Freunde im kleinen Adendorf: Für den Erhalt der Kirche „St. Moritz“ sind zahlreiche Fördergelder bewilligt worden. „Wir hoffen, dass es noch in diesem Jahr losgehen kann“, sagt Pfarrerin Anna-Maria Binder über die bevorstehenden Bauarbeiten. Allein von Lotto Sachsen-Anhalt gibt es dabei 22.000 Euro, hinzu kommen jeweils noch Gelder vom Landesverwaltungsamt und dem Kirchenkreis. „Es ist super, dass es beim ersten Antragstellen geklappt hat“, so Binder.

Großer Sanierungsbedarf in der Kirche „St. Moritz“

Der Bedarf am Gotteshaus aus dem 19. Jahrhundert ist groß: Zunächst müssen an Kirchenschiff und Glockenturm die Dächer erneuert werden - Balken sind hier vom Pilz befallen. Zudem müssen Teile des Mauerwerks instand gesetzt werden. Doch das wird nur die erste Etappe sein. Denn im Altarraum der Kirche gibt es große Probleme mit der Feuchtigkeit - was dazu führt, dass sich der dortige Sandstein immer weiter auflöst.

„Da sind Stufen, da darf man nicht mehr kehren“, sagt Binder. „Sonst würde man den Stein wegkehren.“ Die Ursache der Feuchtigkeit, die von unten in den Altarraum gelangt, muss dabei noch genau erkundet werden. „Was das Problem so extrem macht, ist noch nicht geklärt.“ Fest steht aber: „Es wird durch jede feuchte Jahreszeit schlimmer.“

Spende gegen Stern

Dass die Kirche „St. Moritz“ erhalten bleibt, das liegt Christoph Hofmann am Herzen. Er engagiert sich seit 2013 als Gemeindekirchenrat für das Gotteshaus in Adendorf. „Die Kirche stellt im Dorf einen zentralen Ort dar“, sagt der 50-Jährige. An der Kirche selbst fasziniere ihn vor allem der Altarraum. Dort finden sich oberhalb des Altars auf blauem Hintergrund mehr als 400 kleine Sterne, die einen stimmungsvollen Nachthimmel darstellen. „Die Sterne sind wirklich der Knaller, vor allem, wenn sie beleuchtet sind“, sagt Hofmann. Sie sind im Übrigen allesamt nummeriert - gegen eine Spende kann so jeder seinen eigenen Stern oberhalb des Altars haben.

Die Kirche St. Moritz im kleinen Ort  Adendorf
Die Kirche St. Moritz im kleinen Ort Adendorf
(Foto: Felix Fahnert)

Was die Adendorfer Kirche aber vor allem so besonders macht, ist das Engagement und das kulturelle Leben, das es vor Ort gibt: Regelmäßig finden hier kleine Kinoabende, Konzerte oder auch Theateraufführungen statt - etwa durch eine katholische Studentengemeinde aus Halle.

Viele Unterstützer für die Adendorfer Kirche

„In Adendorf kommt reges Gemeindeleben und kulturelles Leben zusammen“, sagt Pfarrerin Binder. Es gebe Chorprojekte, ein Dorfweihnachtsspiel, an dem sich quasi der halbe Ort beteilige, oder auch junge Menschen der Jugendbauhütte aus Niedersachsen, die ein freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege absolvieren und auch in diesem Sommer wieder in Adendorf aktiv sind. Klar ist: Der Unterstützerkreis der Kirche ist deutlich größer als die knapp 30 Gemeindemitglieder. „Wir probieren auch alle Gottesdienstformen, die vom klassischen Sonntagvormittag abweichen, aus“, berichtet Binder. Auch in der Nacht wurde deshalb in Adendorf schon zum Gottesdienst geladen. „Für diese Highlights ist die Gemeinde im ganzen Pfarrbereich bekannt.“

Auch die Ortsfeuerwehr sei involviert, um immer wieder kulturelle Veranstaltungen zu unterstützen. Das Fazit von Anna-Maria Binder zu den Fördergeldern könnte deshalb kaum positiver ausfallen: „Wenn es eine Kirche aufgrund des Engagements verdient hat, dann Adendorf.“