Werbung auf Bussen

Verschwendung von Steuermitteln? Impfkampagne in Mansfeld-Südharz sorgt für Kontroversen

Von Frank Schedwill 12.10.2021, 08:00 • Aktualisiert: 12.10.2021, 09:22
Auch die aktuelle Rosenkönigin Angie wirbt auf den VGS-Bussen fürs Impfen.
Auch die aktuelle Rosenkönigin Angie wirbt auf den VGS-Bussen fürs Impfen. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Sangerhausen/Eisleben/Hettstedt/MZ - Die neue Kampagne des Landkreises Mansfeld-Südharz für die Corona-Impfung hat ein großes Echo ausgelöst. Auf der MZ-Facebookseite und der Seite des Landkreises werden die Werbeaufkleber kontrovers kommentiert, mit der zehn Busse der Verkehrsgesellschaft „Südharz“ (VGS) seit vergangener Woche auf ihrem Heck herumfahren.

Auf den Bannern sind die Sangerhäuser Rosenkönigin Angie I. und Christiane Rausch zu sehen, die von 2007 bis 2009 Rosenkönigin war. Dazu der Spruch: „Ja, ich will! Wieder sicher im Leben stehen Und der Aufruf: „Lass dich impfen!“ Auf anderen ist ein allgemeines Party-Motiv ohne Prominenz zu sehen, das vor allem junge Leute ansprechen soll. Der Slogan dieses Banners lautet: „Wieder sicher auf Partys und Konzerte geh'n! Lass dich impfen!“

Finanzierung der Kampagne mit Landesmitteln

Vor allem die Kosten von rund 10.000 Euro für die bis Mitte Dezember laufende Werbeaktion sind umstritten. So schreiben Nutzer auf der MZ-Facebook-Seite: „Es ist angeblich immer kein Geld vorhanden und man sei ständig verschuldet. Aber hier hat der Landkreis mal 10.000 Euro übrig.“ Andere halten die Kampagne generell für Quatsch, weil jeder in der Frage, ob er sich gegen Corona impfen lasse, selbst entscheiden sollte. Enrico Angelstein meint: „Mein Körper, meine Entscheidung, wenn ich über meinen Körper nicht mehr frei entscheiden darf, dann gute Nacht.“

Rico Günschmann betont dagegen: „Ich finde die Aktion ok.  Scheinbar trifft die Werbung ja einen wunden Punkt, bei einem kleinen Teil der Bevölkerung.“ Auch der Kreis weißt den Vorwurf, Steuermittel zu verschwenden, von sich. „Wir haben uns für die Buswerbung entschieden, da die Busse in der Fläche unterwegs sind und somit eine deutlich höhere Reichweite haben als beispielsweise Plakatwerbung an einem bestimmten Standort“, so Kreissprecherin Michaela Heilek.

Zudem erfolge die Finanzierung aus Mitteln, die für Impfwerbekampagnen im Land zur Verfügung stehen. „Es wird also kein Geld aus dem Kreishaushalt genommen.“ Landrat André Schröder (CDU) fügte hinzu: „Ich werbe lieber für eine höhere Impfquote, als dass ich neue Einschränkungen beschließen muss!“