Verbrennverbot

Verbrennverbot: Ärger bei Kleingärtnern schwelt weiter

Sangerhausen/Hettstedt/Eisleben - Verbrenn-Ärger und kein Ende. Auch bei der Tagung des Kreisverbands der Kleingartenfreunde Sangerhausen am Samstag hat das im Juli durch den Landkreis Mansfeld-Südharz erlassene Verbrennverbot zu einem guten Teil die Diskussion ...

Von Grit Pommer

Verbrenn-Ärger und kein Ende. Auch bei der Tagung des Kreisverbands der Kleingartenfreunde Sangerhausen am Samstag hat das im Juli durch den Landkreis Mansfeld-Südharz erlassene Verbrennverbot zu einem guten Teil die Diskussion bestimmt.

Für Verstimmung sorgte dabei auch, dass kein Vertreter der Kreisverwaltung der Einladung zu der Sitzung gefolgt war. Landrätin Angelika Klein (Linke) hatte mit Verweis auf die zeitgleiche Klausurtagung zum Haushalt abgesagt, aber keinen Vertreter entsandt.

Unbürokratische Lösung gefordert

Der Leiter des Kreis-Umweltamtes, Steffen Hooper, habe der Kreisverbandsvorsitzenden Anett Hölzel angeboten, im Vorfeld Fragen zu beantworten, hieß es auf MZ-Anfrage vom Landkreis. Die Vertreter der Gartenvereine indes wollten, dass ihnen jemand in der Sitzung Rede und Antwort steht.

Per Mail hatte Hooper Hölzel mitgeteilt, dass es unbürokratische Sondergenehmigungen zum Verbrennen von Pflanzenabfällen geben soll, die mit Krankheiten befallen sind. Dazu soll es ausreichen, dass ein Fachberater schriftlich bestätigt, dass es sich um befallenen Grünschnitt handelt.

Die Praxis, berichtete Hölzel, zeige etwas anderes. Aus der Anlage Auenblick II habe sie die Information erreicht, dass keine Sondergenehmigung erteilt wurde. Auch die alternative Entsorgung über den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises ist offenbar schwierig.

Haushalte können drei Kubikmeter Grünabfälle bei den vier Straßensammlungen im April, Mai, Oktober und November vor die Tür legen. Kleingartenvereine könnten diese Möglichkeit aber nicht nutzen, wenn sie keine reguläre Restmülltonne mit Name und Adresse angemeldet haben, berichtet Hölzel. In dieser Sache wolle man jetzt das Gespräch mit dem Landkreis suchen.

Landkreis unter Druck setzen

Für Michael Wich vom Kleingartenverein Weinlager in Sangerhausen klingt es wie Hohn, was der Landkreis den Kleingärtnern empfiehlt. „Die Leute haben so schon alle Wut und dann wird da noch geschrieben: Für eine Banderole oder einen Sack zur Grünschnittentsorgung fallen lediglich 50 Cent an“, sagte er in der Diskussion.

In der Anlage Weinlager seien zurzeit 71 Gärten verpachtet, ein Dutzend leerstehende müssen auch notdürftig in Schuss gehalten und 500 Meter Gemeinschaftshecke gepflegt werden.

„Wir haben das spaßeshalber mal ausgerechnet - mit Banderolen und Papiersäcken hätten wir Kosten von rund 1.500 Euro im Jahr - wer soll das denn bezahlen?“, fragte er.

Wich dachte laut darüber nach, ob die Kleingärtner ihre Interessen nicht deutlicher klarmachen sollten. „Vielleicht braucht der Kreis ja auch mal ein bisschen Druck von uns“, meinte er.

So könnte man geballt in der nächsten Kreistagssitzung auftreten. Immerhin hat der Kreisverband der Gartenfreunde im Gebiet des früheren Landkreises Sangerhausen rund 2.100 Mitglieder.

Erfreuliches gab es am Samstag aber auch. Werner Wiedenberg, langjähriger Vorsitzender der Sparte „Erholung“, wurde mit der goldenen Ehrennadel des Kreisverbandes ausgezeichnet. Jürgen Conrad vom Auenblick I erhielt die gleiche Auszeichnung in Abwesenheit. (mz)