Twitter-Account und Facebook betroffen

Twitter-Account und Facebook betroffen: Massiver Hackerangriff auf Torsten Schweiger

Sangerhausen - Das Landeskriminalamt ermittelt bereits, wer hinter dem Angriff stecken könnte.

Von Karl-Heinz Klarner 14.08.2018, 10:59

Der Sangerhäuser CDU-Bundestagsabgeordnete Torsten Schweiger ist offenbar Zielscheibe von Internet-Piraten geworden. „Seit Ende vergangener Woche sind meine Social-Media und Mail-Accounts massiven Hackerangriffen ausgesetzt. Das Landeskriminalamt ermittelt bereits“, sagte Schweiger gegenüber der MZ. Unter anderem seien von Internetzugängen die Passwörter geändert worden. Weitere Details wollte der Politiker mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Abgeordnete sind im weltweiten Datennetz immer wieder beliebte Angriffsziele. Vor allem erbeutete Mails oder Kalendereinträge werden mitunter benutzt, um die Volksvertreter zu erpressen.

LKA ermittelt wegen Hacker-Angriff auf Torsten Schweiger

„Wir stehen noch ganz am Anfang und prüfen zunächst, ab es sich um ein automatisiertes Vorgehen handelt“, sagte LKA-Sprecher Andreas von Koß. Das LKA verfügt über eine eigene Abteilung für Internet-Kriminalität, die mit zahlreichen Spezialisten besetzt ist. Von Koß geht zudem davon aus, dass es sich bei dem Angriff auf Schweiger um einen Einzelfall in Sachsen-Anhalt handelt. Weitere Anzeigen von Volksvertretern seien aktuell nicht bekannt.

Von der Netz-Attacke betroffen sind die Internetseite als auch der Twitter-Account und die beiden Facebook-Seiten des Abgeordneten. Allerdings liegen diese bei privaten Internetbetreibern. Schweiger hatte auf allen Kanälen seine Nutzer über den Angriff informiert und Schutzmaßnahmen getroffen. Am Montag sei wieder alles völlig normal erreichbar gewesen, sagte Schweiger.

Internetseite von Torsten Schweiger nicht von Hacker-Angriff betroffen

Nicht betroffen war indes die Internetseite des Abgeordneten, die auf dem Server des Deutschen Bundestages liegt. Das Parlament verfügt über eine eigene Internet-Infrastruktur, über die das interne Bundestagsnetz „Parlakom“ betrieben wird. Die Rechner der Wahlkreisbüros der Abgeordneten außerhalb Berlins sind ebenfalls mit dem Bundestagsnetz verbunden.

„Ich konnte bisher noch keine auffälligen Veränderungen feststellen“, sagte Norbert Born, Wahlkreismitarbeiter der Sangerhäuser SPD-Bundestagsabgeordneten Katrin Budde. Auch die Linken-Abgeordnete Birke Bull-Bischoff scheint von einer Cyber-Attacke verschont geblieben zu sein, wie ihre Sangerhäuser Wahlkreismitarbeiterin Sabine Künzel der MZ sagte.

Im Bundestag waren vor drei Jahren die Sicherheitsvorkehrungen nach einem Netz-Angriff deutlich erhöht worden. IT-Experten konnten Indizien dafür sammeln, dass ein russisches Hackerkollektiv des Militärgeheimdienstes den Angriff initiiert hatte. (mz)