Regionalsport Mansfeld-Südharz

SV Kelbra unterliegt Romonta Amsdorf auf dem Rasen im Sportpark „Rote Erde“

Von Ralf Kandel
Zweikämpfe prägten das Duell zwischen Kelbra und Amsdorf. Hier treffen der Kelbraer Erik Okapal  (rot) und Gästespieler Marcus Paulik aufeiannder.
Zweikämpfe prägten das Duell zwischen Kelbra und Amsdorf. Hier treffen der Kelbraer Erik Okapal (rot) und Gästespieler Marcus Paulik aufeiannder. (Foto: Ralf Kandel)

Kelbra/MZ - Einträchtig und miteinander redend verließen Marcel Pulz und Alexander Gründler am Sonnabendnachmittag gut zehn Minuten nach dem Abpfiff der Partie der Fußball-Verbandsliga Staffel Süd zwischen dem SV Kelbra und Romonta Amsdorf den Rasen im Sportpark „Rote Erde.“ „Ich werde wohl nie im Leben gegen Amsdorf gewinnen“, seufzte Kelbras Mannschaftskapitän Pulz. Gründler, Spielführer bei den Amsdorfern, antwortete ihm: „Vielleicht dann, wenn ich aufgehört habe zu spielen.“

Am Sonnabend blieb es für Pulz und sein Team wieder einmal beim Versuch, den Amsdorfern wenigstens einen Punkt abzujagen. Am Ende von 90 turbulenten, spannenden, aber keinesfalls durchweg hochklassigen Minuten gaben sich die Gastgeber vor 155 zahlenden Zuschauern 2:3 geschlagen. Es war im sechsten Spiel zwischen beiden Mannschaften die sechste Niederlage für Kelbra. Da bleibt es nur ein schwacher Trost, dass dem Team immerhin die ersten Treffer gegen Romonta gelangen.

Erstes Tor für Amsdorf nach zwei Minuten

Schon nach zwei Minuten konnten die Amsdorfer jubeln. Nach einer Schlafeinlage der Kelbraer brachte der 17-jährige Julius Schock den Gast in Führung. Als nach einer guten halben Stunde der Kelbraer Erik Okapal in seinem ersten Verbandsligapunktspiel den Amsdorfer Mustapha Amari ungestüm im Strafraum zu Fall brachte, zögerte der gute Schiedsrichter Marcel Theumer keinen Augenblick und entschied auf Elfmeter. Romonta-Kapitän Alexander Gründler schnappte sich den Ball und machte das, was er gegen Kelbra eigentlich immer macht: Er traf in die Maschen. SV-Schlussmann René Gurniak war zum zweiten Mal geschlagen.

Zu diesem Zeitpunkt dachte wohl jeder der Fans, egal ob aus Kelbra oder aus Amsdorf, dass die Partie damit „durch“ war. Es kam jedoch anders. Urplötzlich erwachten die Gastgeber, die in der ersten halben Stunde kaum einmal gefährlich vor dem Amsdorfer Gehäuse aufgekreuzt waren. Florian Steinberg setzte mit einem Schuss ans Außennetz das erste Achtungszeichen. Gespielt waren da 33 Minuten. Sechs weitere Minuten zeigte der Unparteiische erneut auf den Punkt, wieder lag der Referee mit seiner Entscheidung richtig. Diesmal war Illiya Nosov im Strafraum von einem Amsdorfer zu Fall gebracht worden. Jaroslav Shpikula verwandelte den Strafstoß und sorgte so für das 1:2 und neue Spannung.

Die Amsdorfer jubeln nach ihrem Siegtreffer.
Die Amsdorfer jubeln nach ihrem Siegtreffer.
(Foto: Ralf Kandel)

Nach dem Seitenwechsel spielte der Gastgeber mit dem Wind und neuem Elan. Eine Viertelstunde vor dem Spielende wurden die Bemühungen dann belohnt. Amsdorfs Keeper David Tretropp bekam die Kugel nicht richtig zu fassen, den zu kurz abgewehrten Ball versenkte der Japaner Ryuma Fukudome in seinem ersten Verbandsliga-Spiel für Kelbra zum 2:2 in die Maschen.

Butzmann-Tor entscheidet

Bis zur 87. Minute konnten die Gastgeber auf einen Punkt und vielleicht sogar noch etwas mehr hoffen. Dann aber sorgte der Amsdorfer Tom Butzmann für enttäuschte Gesichter bei den Gastgebern. Mit dem Kopf „wischte“ er die Kugel ins Tor, Kelbras Keeper Gurniak sah dabei nicht gut aus. In den verbleibenden paar Minuten versuchten die Gastgeber mit dem Mut der Verzweiflung, doch noch zum erneuten Ausgleich zu kommen. Es blieb beim Versuch, weil die Amsdorfer die zu überhastet und vor allem selbst bei ruhenden Bällen zu ungenau vorgetragenen Aktionen des SV resolut unterbanden.

Kelbras Keeper Renè Gurniak liegt nach dem 2:3 am Boden.
Kelbras Keeper Renè Gurniak liegt nach dem 2:3 am Boden.
(Foto: Ralf Kandel)

Als Schiedsrichter Theumer dann abpfiff, sanken die Kelbraer enttäuscht zu Boden. Wieder einmal hat es gegen Amsdorf nicht zu einem Punktgewinn gereicht. „Wir haben heute alle fünf Tore selbst geschossen. Das Spiel mussten wir nicht verlieren“, brachte Nico Steinberg die Gefühlslage der Kelbraer nach der Niederlage und den vermeidbaren Gegentreffern auf den Punkt. Und Marcel Pulz fügte hinzu: „Ich habe keinen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften gesehen. Nur, dass wir uns einfach solche Mistdinger als Gegentore einfangen.“

Der Gast dagegen machte sich mehr als zufrieden auf die Heimreise. Kein Wunder nach dem geglückten Saisonstart. „Das waren Teamgeist und Wille bis zum Schlusspfiff. 2:0 geführt, dann den Ausgleich kassiert und am Ende trotzdem noch gewonnen. Ich finde, es war ein verdienter Sieg. All das spricht für die Mannschaft“, so Amsdorfs Kapitän Alexander Gründler.