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Südharz-Bullen

Südharz-Bullen: Wieso der Fanclub aus Roßla RB Leipzig unterstützt

Roßla - Holger Weiß aus Roßla leitet gemeinsam mit Sebastian Albert aus Windehausen einen Fanclub von RB Leipzig. „Südharz-Bullen“ nennt sich der Club.

Von Ralf Kandel 24.07.2016, 09:30

Der Traum wird wahr, ist greifbar nah. Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, der FC Augsburg, Werder Bremen und und und... Holger Weiß bekommt glänzende Augen, wenn er nur daran denkt, welche Mannschaften er demnächst (hoffentlich) live erleben kann.

Der 43-Jährige aus Roßla leitet gemeinsam mit Sebastian Albert aus Windehausen einen Fanclub von RB Leipzig. „Südharz-Bullen“ nennt sich der Club.

Und Weiß ist seit der Veröffentlichung des Spielplans der 1. Fußball-Bundesliga völlig aus dem Häuschen. Schließlich meinten es die Planer mit dem Aufsteiger gut, die Sachsen treffen in den ersten Heimspielen durchweg auf renommierte Bundesligisten.

Südharz-Bullen haben bereits 30 Mitstreiter

Weiß und seine mittlerweile rund 30 Mitstreiter im RB-Fanclub können ihr Glück kaum fassen. „Ich hab noch kein Zweitliga-Spiel der Leipziger verpasst, und nun das“, lässt der Roßlaer den Satz unvollendet.

Begonnen hat die Liebe zum nunmehrigen Bundesligisten vor einigen Jahren. „Ich hab immer schon für RB sympathisiert. Irgendwann habe ich mir dann gesagt: ‚Jetzt gründest du einen Fanclub’“, sagt er. Im Mai 2015 war das, damals fanden sich rund 20 Mitstreiter im Alter zwischen elf und 72 Jahren.

Südharz-Bullen empfinden RB Leipzig als familienfreundlich

Senior der Truppe ist Klaus Weiß. Er begründet auch gleich einmal, was ihm an RB so fasziniert. „Zu den Spielen kannst du mit kleinen Kindern hingehen, da gibt es keine Randale“, sagt er und sein Sohn Holger fügt hinzu: „Zu DDR-Zeiten hat mein Herz für den HFC geschlagen. Auch in Nordhausen und Sondershausen war ich viel zum Fußball.“

Und nun also die „Roten Bullen“ aus Leipzig. Und was sagen Vater und Sohn Weiß zu den immer wieder zu ihrem Club auftauchen Vorurteilen wie „Brause-Club“ oder „Retorten-Verein“? Resolut antworten beide fast gemeinsam: „Hier im Osten hat doch keiner was gegen RB Leipzig. Es gibt doch kaum einen, der dem Verein die Erfolge neidet“, sagt Holger Weiß.

Neidfaktor bei RB Leipzig ärgert die Südharz-Bullen

Sein Vater ergänzt kurz: „Wenn irgendwo so sinnlose Plakate rumhängen, dann ärgert mich das. Das ist doch nur der blanke Neid. Jeder soll doch den Anderen einfach leben lassen.“

Neid, den man sich nach Ansicht der Fanclub-Mitglieder, sie kommen aus drei Bundesländern Osten Deutschlands, erarbeiten muss. Stück für Stück. So wie sich der Fanclub Stück für Stück etablieren will.

Wie das geschehen soll, darüber haben sich die „Südharz-Bullen“ längst einen Kopf gemacht. Die ersten Schritte sind längst gemacht. Das eigene Banner ist erstellt und hat „richtig Geld gekostet“, wie sie nicht ohne Stolz berichten.

Jetzt ist angedacht, Dauerkarten für die Vereinsmitglieder zu erwerben. Und irgendwann den Verein auch offiziell ins Fanclub-Register des Bundesligisten eintragen zu lassen. „Das kann aber dauern, bis zu zwei Jahren. Wir verstehen das auch, der Verein will ganz einfach Schaden abwenden“, sagt Weiß junior.

Schließlich soll dann irgendwann auch ein Mitgliedsbeitrag kassiert werden. Bis jetzt stemmen die Vereinsmitglieder alles so. „Wenn wir feiern, legen wir einfach alle zusammen“, sagt Holger Weiß, der selbstständiger Unternehmer ist.

Zudem sei geplant, in nächster Zeit irgendwann mal den einen oder anderen RB-Spieler zu einem Fanclub-Termin nach Roßla einzuladen.

Und welcher Spieler wäre ihnen am liebsten? Wer ist der Beste im Dress der Bullen? Auch hier kommt die Antwort ebenso schnell, wie einhellig: „Yussuf Poulsen, das ist doch wohl klar“, sagt Holger Weiß sofort.

Und was wünschen sich die „Südharz-Bullen“ nun von ihrem Verein nach dem Aufstieg in die Elite-Liga des Fußballs in Deutschland? Die Wünsche sind dabei (noch) eher bescheiden: „Wir wollen drinbleiben“, sagt Holger Weiß. Und sein Vater fügt hinzu: „Ein guter Mittelfeldplatz. Ich glaube, mehr ist in dieser Saison nicht drin. Aber irgendwann, so in vier, fünf Jahren, wollen wir RB im Europa-Cup spielen sehen.“

Reichen würde ihnen aber erst einmal der Klassenerhalt, schließlich wollen die „Südharz-Bullen“ auch in Zukunft Mannschaften, wie Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach oder Werder Bremen im Stadion in Leipzig live erleben.

Interessenten, die mehr über den RB-Fanclub erfahren, oder selbst mitmischen möchten, können sich telefonisch bei Holger Weiß unter der Handy-Nummer 0175/4 06 71 17 melden. (mz)