Sanierung kann weiter gehen

Stolberger Martinikirche erhält 30.000 Euro von der Stiftung „Dorf- und Kleinstadtkirchen“

Von Grit Pommer
Auch am Chor der Martinikirche wird die Fassade saniert.
Auch am Chor der Martinikirche wird die Fassade saniert. (Foto: Maik Schumann)

Stolberg - „Das war natürlich eine große Freude“, sagt Pfarrer Jörg Thoms. Erst Ende Mai hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 21.500 Euro für die Sanierung der Chorfenster an der Stolberger St. Martinikirche bereitgestellt. Jetzt gab es gleich den nächsten großen Zuschuss: In Stolberg hat die Kirchgemeinde einen weiteren Fördervertrag mit der Stiftung unterzeichnet: 30.000 Euro stellt die DSD bereit, damit die Fassadensanierung an der Martinikirche abgeschlossen werden kann. Das Geld stamme aus den Erträgen der treuhänderischen Stiftung „Dorf- und Kleinstadtkirchen“, die Dr. Hans und Marianne Raue gegründet haben.

Über die vergangenen zehn Jahre hinweg hat die DSD die Sanierung der Stolberger Martinikirche bereits mit mehr als 300.000 Euro unterstützt. Mit dem Einsatz des Geldes als Eigenanteil kann meist ein Mehrfaches der Summe an Fördergeldern gewonnen werden. Anders könnte die Kirchgemeinde das ambitionierte Projekt, St. Martini bis zum Ende diesen Jahres zu einer Kulturkirche auszubauen, gar nicht umsetzen.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Stolberger Martinikirche

Auf gut fünf Millionen werden die Gesamtkosten für die Sanierung geschätzt. Das Land Sachsen-Anhalt und die Europäische Union bezahlen mit 3,8 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Förderprogramm „Kulturerbe“ den Löwenanteil, aber auch viele weitere Gönner haben schon ihren Anteil beigetragen. So stellte der Landkreis Mansfeld-Südharz aus seinem Zukunftsfonds 30.000 Euro für die Dachsanierung am Querhaus zur Verfügung. Geld kam auch von der Lottogesellschaft Sachsen-Anhalt, von der Kirchenbaustiftung, der Oetker- und der Hoffmann-Stiftung sowie dem Fürstenhaus zu Stolberg.

St. Martini ist ein durchaus beeindruckendes Gotteshaus. Schon die Lage direkt am steilen Hang, unterhalb des fürstlichen Schlosses, ist außergewöhnlich. Die Stiftung Denkmalschutz bescheinigt der Stolberger Kirche zudem eine „ungewöhnlich reiche, vielseitige und epochenübergreifende Ausstattung von teils allerhöchster Qualität“ und zählt sie zu den Baudenkmälern von nationaler Bedeutung.

Die Sanierung der Kirche begann im September 2019. Seitdem wurden bereits der Dachstuhl und das Dach des Querhauses erneuert und dessen Fassade gesichert. Auch am Dach des Langhauses sind die Sanierungsarbeiten weit vorangeschritten. Der jüngste Zuschuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz fließt in die Fassadensicherung und -sanierung am Chor. Hier werden klaffende Fugen neu verfüllt und einzelne schadhafte Steine ausgetauscht oder mit Mörtel ergänzt. Am Ende soll auch die Chor-Fassade in einer neuen, glatteren Optik erstrahlen. (mz)