Anregungen erwünscht

Stolberg: Vorbereitung der Pilotstrecke für den automatisierten Shuttlebus

Stolberg - Stolberg: Vorbereitung der Pilotstrecke für den automatisierten Shuttlebus

Von Helga Koch 04.03.2021, 12:45

Die Testphase für den automatisiert fahrenden, elektrisch betriebenen Kleinbus in Stolberg rückt näher. „Wir haben mit der Firma EasyMile  den Verlauf der Strecke, kleinere Anpassungen an der Infrastruktur und die Position der Haltestellen besprochen“, sagt Sönke Beckmann vom Institut für Logistik und Materialflusstechnik der Universität Magdeburg. Er gehört zum Projektteam, das einen Leitfaden für den Einsatz derartiger Fahrzeuge erarbeiten und den Nutzen für den Öffentlichen Personennahverkehr in Sachsen-Anhalt  ermitteln wird. „Insgesamt schätzt EasyMile die Strecke als sehr gut machbar ein“, sagt Beckmann. 

„Wir haben uns für eine Strecke durch die gesamte Innenstadt in Stolberg entschieden, bei der die Parkplätze auch für Park-and-Ride genutzt werden können. Deshalb sind der Bahnhof, der Parkplatz Kaltes Tal und der Festplatz angebunden.“ Die Umlaufstrecke sei 4,6 Kilometer lang, 16 Haltepunkte würden angefahren. Die genaue Positionierung der Haltestellen erfolge im April beim Einrichten der Strecke.

Anforderungen für die Pilotstrecke des Shuttlebusses

Die Programmierung des Fahrzeugs ermögliche es, mehrere Strecken zu hinterlegen, sagt Beckmann. „Dies wollen wir nutzen und zusätzlich eine weitere Strecke anbieten. Die zweite Strecke verzichtet auf den Weg durch die Rittergasse zum Festplatz und führt vom Markt zurück zum Bahnhof.“ Das Projektteam habe sich für diese beiden Varianten entschieden, da sie alle Basis-Anforderungen an Pilotstrecken für automatisierte Shuttlebusse abdecken: maximal fünf Kilometer Streckenlänge, Steigungen bis zwölf Prozent auf kurzen Abschnitten, 30 Kilometer je Stunde als höchste Geschwindigkeit und vier bis fünf Meter Straßenbreite. Deshalb kämen weder die Fahrt zum Schloss noch zum Josephskreuz, Hainfeld, nach Rottleberode oder zum Hotel Schindelbruch in Frage. Auch die Töpfergasse eigne sich nicht.

Da es nicht möglich sei, mit den Stolbergern direkt ins Gespräch zu kommen, bekämen sie jetzt 14 Tage Zeit, ihre Fragen, Anregungen und Vorschläge zu den Strecken und auch zur Position der Haltestellen zu schicken, lädt Beckmann ein. Dazu könnten sie ihre Fragen in den Briefkasten am Rathaus oder an der Touristinformation in Stolberg einwerfen oder eine E-Mail an shuttlebus.stolberg@ovgu.de senden. „Wir werden die Antworten über die Aushänge in Stolberg und über die aufgeführten Internetseiten verbreiten“, sagt Beckmann. (mz)