Saisonstart muss warten

Parkeisenbahn in Vatterode wird durch Corona ausgebremst

Parkeisenbahn Vatterode: Die Pandemie bremst Betriebsleiter Björn Garten und seine Mitstreiter in diesem Jahr erneut aus. Wie es jetzt weitergeht.

Von Daniela Kainz
Björn Garten (r.) und Roland Müssig warten die Technik der Vatteröder Parkeisenbahn. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Vatterode

Björn Garten hatte sich die nächsten Tage in Vatterode ganz anders vorgestellt. Der Betriebsleiter der Parkeisenbahn wollte mit seinen Mitstreitern am 1. Mai in die neue Saison starten. Nun nimmt er die Hinweisschilder, die bereits auf die ersten Fahrten aufmerksam gemacht hatten, wieder ab. Der Lockdown hebelt alle seine Fahrpläne aus. „Der Saisonstart hat sich zerschlagen“, sagt Garten. Der Mann aus Sachsen, der die Parkeisenbahn im Nebenerwerb zum Rollen bringt, hatte sich extra Urlaub genommen, um die ersten Gäste in diesem Jahr begrüßen zu können. Daraus wird nun nichts.

Wie lange die Zwangspause dauern wird, vermag er nicht zu sagen: „Eine Aussage zu treffen, ab wann wir wieder fahren dürfen, wäre wie in die berühmte Glaskugel zu schauen.“ Der Wunsch sei groß, dass es zu Pfingsten losgehen könne. Aber die Entscheidung liege nicht in seiner Macht. Unverrichteter Dinge möchte Garten trotzdem nicht nach Hause fahren. Die nächsten Tage bis zum Wochenende will er für andere Arbeiten nutzen. „Was wir noch machen können, werden wir machen. Natürlich wäre ich lieber gefahren“, sagt er. So will Garten mit der Aufarbeitung eines Wagens der Parkeisenbahn beginnen. Viel mehr sei darüber hinaus angesichts der aktuellen Situation nicht möglich.

Saisonstart in Vatterode ist vorbereitet

Für den Saisonstart an sich ist alles vorbereitet. Die Parkeisenbahn könnte auf die Reise gehen. Im März hatte Garten mit seinen Helfern begonnen, unter anderem die Sicherheitstechnik an der Strecke mit den Signalanlagen zu überprüfen und die Bremstechnik auf ihre Funktionstüchtigkeit zu untersuchen. Bereits im vergangenen Jahr musste der Saisonstart verschoben werden: Erst ab Pfingsten war die Parkeisenbahn wieder regelmäßig auf ihrer Strecke unterwegs. Wegen der Pandemie und den damit einhergehenden Sicherheitsbestimmungen mussten sich interessierte Fahrgäste vorab anmelden und Plätze reservieren.

Rückblickend schätzt Garten ein, dass er und seine Mitstreiter unterm Strich dennoch relativ glimpflich aus der Sache herausgekommen sind. Dazu beigetragen habe auch „die hohe Spendenbereitschaft“. So konnte das Bahnhofsdach, durch das es in den zurückliegenden Jahren hineingeregnet hatte, mit Hilfe von finanziellen Zuwendungen in Ordnung gebracht werden. 75 Prozent der Gesamtkosten wurden durch Spenden getragen.

Keine finanziellen Überbrückungshilfen für den Betrieb der Parkeisenbahn

Finanzielle Überbrückungshilfen konnte Garten für den ausgefallenen Fahrbetrieb der Parkeisenbahn im vergangenen Jahr nicht beantragen: „In unserem speziellen Fall hätte es dafür keine Möglichkeiten gegeben.“ Die Parkeisenbahn betreibe er im Nebengeschäft und es stehe auch kein gemeinnütziger Verein dahinter, erklärt Garten. Auf konstante Einnahmen aus dem Fahrbetrieb ist er angewiesen. Nicht nur für den Erhalt und die Wartung der Strecke werden diese Mittel gebraucht.

Die Hauptuntersuchung - ähnlich wie der TÜV bei Autos - für eine der beiden Loks rückt näher. Denn alle acht Jahre wird die Technik auf den Prüfstand gestellt. Dafür müsse das Geld jetzt zurückgelegt werden. Garten rechnet mit Ausgaben in Höhe von rund 25.000 Euro. „Wenn alles gut läuft.“ Das hänge vom Zustand der einzelnen Teile ab. Nach Möglichkeit will Garten möglichst viele Instandsetzungsarbeiten in Eigenleistung übernehmen, sofern das technisch möglich ist. (mz/Daniela Kainz)