Auf die Überwachung kommt es an

Modellprojekt in Stolberg - Erstes Fazit zu Bussen ohne Fahrer

12.10.2021, 09:34 • Aktualisiert: 12.10.2021, 09:41
Blick auf einen Elektrobus in Stolberg
Blick auf einen Elektrobus in Stolberg Foto: Maik Schumann

Magdeburg/Stolberg/MZ - Seit einiger Zeit rollen in der Harz-Stadt Stolberg und in Magdeburg versuchsweise kleine Elektrobusse, die auf Teststrecken mit Hilfe von Kameras und Sensoren wie von Geisterhand gesteuert werden. Im Bus sitzt zwar ein Fahrer, der aber soll nur im Gefahrenfall eingreifen.

Vorangetrieben wird das Pilotprojekt von der Universität Magdeburg. Forscher des Instituts für Logistik und Materialflusstechnik haben nun erste Ergebnisse präsentiert. Danach benötige der erfolgreiche Einsatz autonom fahrender Busse „zwingend eine zentrale Leitstelle, die - unabhängig vom Hersteller - die Fahrzeuge fernüberwacht und im Bedarfsfall in Sekundenschnelle mit den Fahrzeugen kommunizieren kann.“

Befragungen in Kommunen und bei Verkehrsgesellschaften hätten ergeben, dass in Sachsen-Anhalt ein hohes Interesse an solchen autonomen Elektrobussen bestehe, sagt Professor Hartmut Zadek, der das Projekt leitet. Dabei sei die Nachfrage in Städten höher als auf dem Land. Das könne mit der eher kurzen Streckenlänge zu tun haben, auf denen der Elektrobus bislang unterwegs ist und mit dessen geringer Geschwindigkeit.

Wann autonom fahrende Elektrobusse regulär im Linienbetrieb eingesetzt werden können, steht indes noch in den Sternen. Man befinde sich in der Forschung erst am Anfang, sagt Zadek. Für die Weiterentwicklung der Technologie benötige man noch mehr Möglichkeiten zur Erprobung in der Praxis.