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Kunstwerk zum 900.

Künstler Alto Kottmeir kreiert Graffiti zum 900-jährigen Bestehen von Aseleben

Aseleben - Künstler Alto Kottmeir kreiert Graffiti zum 900-jährigen Bestehen von Aseleben

Von Felix Fahnert 28.11.2020, 15:15

Die Zeit für das Projekt hätte eigentlich günstiger kaum sein können. „Es gibt gerade ohnehin kein Parallelprogramm“, sagt Alto Kottmeir über die Zeit des Corona-Lockdowns. Dass der 28-jährige Künstler kurzerhand von Aselebens Ortsbürgermeister Ralf Leberecht angesprochen wurde, um eine Wandfläche mit einem ganz besonderen Motiv zum 900-jährigen Bestehen des Ortes zu verschönern, passte da also bestens.

Kottmeir ist gelernter Kunstglaser, hat an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle studiert. Doch das Graffitisprayen hat ihn schon seit seiner Kindheit in Bayern fasziniert. „Ich hab mich immer im Stadtbild orientiert“, sagt er, das habe ihn fasziniert, bis aus der Graffitikunst ein eigenes Hobby geworden ist.

Kunstwerk für Aselebens Jubiläum

Und dem geht er seit seinem Studienabschluss vor knapp zwei Monaten besonders gern nach. So zuletzt auch am Bahnhofsgebäude in Röblingen, wo er ein Graffiti-Projekt umsetzt. Quasi zufällig kam dabei Aselebens Ortsbürgermeister Ralf Leberecht vorbei und sprach Kottmeir an. „Er hat mich eingeladen und war gleich Feuer und Flamme“, erzählt der Künstler.

Einen Ort für ein Kunstwerk hatte Leberecht sofort im Kopf: Die Wandfläche der Unterstellmöglichkeit am Aseleber Strand, die nämlich war seit einiger Zeit beschmiert. „Das sah hässlich aus - da habe ich gedacht: ,Los, wir machen was’“, sagt Leberecht. Umso besser, wenn ein Künstler zum 900. Jubiläum von Aseleben da ein ganz besonderes Kunstwerk an die Wand bringen kann.

25 Stunden arbeitete Künstler Alto Kottmeir am Graffiti

In einem Brainstorming besprach man kurzerhand, welche Motive an der Wand verarbeitet werden sollen. „Wir hatten fast schon zu viele Ideen“, sagt Kottmeir. Als alles durchgesprochen war, ging es los. „Ich habe mein Equipment ins Auto gepackt und bin los“, sagt Kottmeir. Gut 25 Stunden arbeitete er zuletzt über drei Tage verteilt in Aseleben - und freut sich, zum 900. Geburtstag quasi ein ganz besonderes Geschenk beisteuern zu können. „Das ist gut für die Gemeinde“, so Kottmeir.

Für Ralf Leberecht ist die ganze Aktion ein Glücksfall. „Wir haben eine tolle Idee im Rahmen der 900-Jahr-Feier in die Tat umgesetzt“, sagt der Ortsbürgermeister. Es ist nicht zuletzt deshalb eine schöne Aktion zum Jahresende, weil wegen der Corona-Pandemie fast alle Feierlichkeiten zum 900. Ortsjubiläum ausfallen mussten. Party mit Livemusik, Außenkonzert der halleschen Händelfestspiele, Benefizschwimmen mit Paul Biedermann - all diese geplanten Aktionen konnten nicht stattfinden.

„Malandis“, Wappen von Aseleben und Seeburg zieren die Wand

Im Kunstwerk aber wurden nun umso mehr Motive des Ortes verarbeitet. So findet sich darauf die „Malandis“ getaufte Unterwasserwelt, in der Forscher aus Halle nach versunkenen Dörfern und Schätzen suchen. Auch eine unter Naturschutz stehende Schnecke ist zu sehen - „die treibt sich im Schilf rum“, erklärt Leberecht. Seeburg ist ebenfalls zu erkennen - und natürlich das Wappen von Aseleben, und zwar in der alten Variante, die vermutlich auf das Jahr 1120 zurückgeht. „Wir haben alles miteinander verbunden“, so Leberecht. Für Alto Kottmeier wird es übrigens nicht der letzte Einsatz im Seegebiet gewesen sein - weitere Kunstprojekte werden bereits angegangen. (mz)