Badehaus und Königshalle

Königspfalz in Tilleda: Bau einer Königshalle in Planung

Kelbra - Königspfalz in Tilleda: Bau einer Königshalle in Planung

Von Karl-Heinz Klarner

Lothar Bornkessel (Freie Wähler) ist zuversichtlich. „Ich hoffe sehr, dass das klappt“, sagt der Bürgermeister der Stadt Kelbra mit Blick auf das Vorhaben im Freiluftmuseum Königspfalz im Ortsteil Tilleda. Denn dort soll möglichst noch in diesem Jahr mit dem Bau einer Königshalle begonnen werden. Rund zwei Millionen Euro könnte das ehrgeizige Projekt nach ersten Schätzungen kosten.

Das Geld dafür, so hofft Bornkessel, soll aus den Strukturmitteln für die Region im Zuge des Kohleausstieges kommen. Dafür hat sich auch der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung im nichtöffentlichen Teil ausgesprochen, betont das Stadtoberhaupt.

Bau eines historischen Badehauses

Nunmehr ruhen die Hoffnungen auf einen Termin Mitte Februar in der Kreisverwaltung. Dann trifft sich die regionale Arbeitsgruppe Strukturwandel, die die Vorhaben aus dem Landkreis befürwortet oder ablehnt. „Die Entscheidung zu den einzelnen Projekten fällt dann in Magdeburg“, sagt Landkreissprecherin Michaela Heilek. Unterdessen ist man während des Lockdowns auf der Pfalz nicht untätig gewesen. „Auf unser Gäste wartet eine Überraschung“, verspricht Museumschef Michael Dapper. Der hat zusammen mit seiner Crew die Zeit genutzt und den Bau eines historischen Badehauses gestartet.

Die hölzerne Sauna soll in den kommenden Tagen ein Dach erhalten. Dann könne mit der Inneneinrichtung begonnen werden. Neben einem Ofen sollen noch Holzbänke im Inneren aufgestellt werden. Dapper lässt sich bei dem Bau von Funden bei Ausgrabungen im polnischen Danzig und Berlin Spandau leiten, die aus dem 10. Jahrhundert stammen. Der Archäologe rechnet damit, dass der Wellness-Tempel nach historischem Vorbild im kommenden Frühjahr fertig ist. Nur die Dachbegrünung werde dann wohl noch ein wenig Zeit benötigen, glaubt Dapper.

Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Museums laufen

Indes laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Museums am Fuße es Kyffhäusers bereits auf Hochtouren, vorausgesetzt, die Pandemielage lässt das zu. Erste Höhepunkte stehen bereits. So stellt das Programm in diesem Jahr die Blütezeit der Königspfalz unter den Saliern Konrad II. und Heinrich III. in den Mittelpunkt. Anfang März soll die Eröffnung mit einer Präsentation zu „Frauen der Salier- und ihre Spuren im Harzgebiet“ über die Bühne gehen. Zu Ostern rückt die Krönung der Salier Konrad II. und seiner Frau Gisela in Rom im Jahr 1027 in den Mittelpunkt .

Die Museumsanlage gilt als einzige, vollständig ausgegrabene Pfalz und als Musterbeispiel einer früh- bis hochmittelalterlichen Herrscherresidenz vom 8. bis 13. Jahrhundert. Das Gelände auf dem Pfingstberg war schon in ur- und frühgeschichtlicher Zeit verschiedentlich besiedelt, besonders intensiv in der späten Bronzezeit. Die ältesten Zeugnisse einer frühmittelalterlichen Besiedlung reichen bis um 700 zurück, wobei Funde belegen, dass hier begüterte Personen lebten. (mz)