Ex-AfDler in der CDU

Ex-AfDler in der CDU: Kritik an Aufnahme von Jens Diederichs hält an

Gerbstedt - Die Aufnahme des Ex-AfD-Politikers Jens Diederichs in die CDU-Landtagsfraktion sorgt unter Christdemokraten im Kreis weiter für großen Unmut

Von Fabian Wagener 22.06.2017, 09:55

Die Aufnahme des Ex-AfD-Politikers Jens Diederichs in die CDU-Landtagsfraktion sorgt unter Christdemokraten im Kreis weiter für großen Unmut: Nach dem Hettstedter Bürgermeister Danny Kavalier, dem Gerbstedter Verwaltungschef Siegfried Schwarz sowie dem Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Eduard Jantos findet nun auch Detlef Matthews deutliche Worte der Kritik.

Mit der Entscheidung der CDU-Landtagsfraktion, Diederichs in die eigenen Reihen aufzunehmen, mache man sich unglaubwürdig, moniert der Vorsitzende des Ortsverbands Gerbstedt und Ortsbürgermeister von Friedeburgerhütte. „Das geht nicht, was sich die in Magdeburg da leisten“, sagt Matthews unumwunden im Gespräch mit der MZ. Die CDU-Landtagsfraktion ignoriere die Basis.

Detlef Matthew: Im Landtagswahlkampf habe der ehemalige AfDler „gegen die CDU geschossen“

Die Meinung der Basis zum Fall Diederichs ist laut Matthews ziemlich eindeutig. Man könne die Aufnahme in die Fraktion nicht nachvollziehen. „Diederichs wurde von Leuten gewählt, die die AfD gewählt haben“, so Matthews. Im Landtagswahlkampf habe der ehemalige AfDler „gegen die CDU geschossen“.

Und auch wenn derzeit von Diederichs noch kein Antrag auf CDU-Mitgliedschaft vorliegt, macht der Gerbstedter Ortsverbandsvorsitzende seine Position dazu schon einmal mehr als deutlich: Sollte er in die CDU kommen, „dann wäre das nicht mehr meine Partei“. Für Matthews gäbe es dann nur noch eine Möglichkeit: „Ich würde dann austreten“, sagt er. Die Mitglieder seines Ortsverbandes beurteilten die Sache ganz ähnlich, so Matthews. „Wir sprechen uns gegen die Aufnahme in die Fraktion und in die Partei aus.“

Vergangene Woche war Diederichs von der CDU-Landtagsfraktion aufgenommen worden, nachdem er aus der AfD ausgetreten war. Als Grund für seinen Austritt aus der AfD hatte Diederichs einen „Rechtsruck“ von Fraktion und Landesverband genannt. (mz)