Beschmierte Sportanlage

Beschmierte Sportanlage: Jetzt ermittelt der Staatsschutz

Lüttchendorf/MZ. - Gespannte Erwartung herrscht am Mittwoch bei Eintracht Lüttchendorf. Auf dem Platz des Fußballvereins aus der Landesklasse soll um 18 Uhr die Partie zwischen RB Leipzig und dem Goslarer SC angepfiffen werden. Von den Tätern, die in der Nacht zum Montag das Sportgelände an der B 80 verwüstet haben, fehlt indes jede ...

Von wolfram bahn 09.07.2012, 14:18

Gespannte Erwartung herrscht am Mittwoch bei Eintracht Lüttchendorf. Auf dem Platz des Fußballvereins aus der Landesklasse soll um 18 Uhr die Partie zwischen RB Leipzig und dem Goslarer SC angepfiffen werden. Von den Tätern, die in der Nacht zum Montag das Sportgelände an der B 80 verwüstet haben, fehlt indes jede Spur.

„Wir haben noch keine konkreten Hinweise, wer dahinter steckt“, sagte Polizeisprecher Heiko Prull am Dienstag vom zuständigen Eisleber Revier. Nach seinen Worten ist auch der Staatsschutz in die Ermittlungen einbezogen, der bekanntlich genug Erfahrungen mit der radikalen Fanszene hat.

Nach den Verwüstungen hat der Verein sich mächtig ins Zeug gelegt, um den Teams ordentliche Bedingungen für das Testspiel zu bieten. Die Spuren des Anschlags waren am Dienstag dennoch überall sichtbar. „Und bis zum Anpfiff werden wir es auch nicht schaffen, alles zu säubern“, räumte Eintracht-Manager Uwe Seemann ein.

Er hofft vor allem, dass der Naturrasen, den die Täter mit einem starken Unkrautvernichtungsmittel besprüht haben, durchhält. An etlichen Stellen ist er schon braun geworden. Die Initialen „RB“ sind regelrecht in den Rasen eingebrannt. „Er braucht jetzt viel Wasser“, erklärte Platzwart Gerold Seemann.

Welche Ausmaße die mutwilligen Zerstörungen annehmen werden, kann noch keiner sagen. Ein Experte, der sich den Zustand des Platzes am Dienstag näher anschaute, wagte keine Prognose, ob der Rasen überlebt. Die Verantwortlichen des Vereins gehen inzwischen von einer Schadenssumme im fünfstelligen Bereich aus. Allein auf dem hochwertigen Kunstrasenplatz, der nebenan liegt, müssen laut Seemann rund 150 Quadratmeter Fläche ausgewechselt werden, Die Täter haben darauf Schmähungen wie „RB Töten“ mit Farbe geschmiert.

Ob eine Versicherung den Schaden begleicht, ist ebenfalls noch unklar. Das Verwaltungsamt der Einheitsgemeinde Seegebiet Mansfelder Land, der die Sportanlage gehört, prüfe die Sache, hieß es. Ordnungsamtsleiter Heiner Rarisch hat am Dienstag die Verwüstungen in Augenschein genommen. „Wir müssen noch abwarten, was mit dem Rasen passiert“, sagte er. Sicher ist nur: Für die Beseitigung der Schmierereien an der Zuschauertribüne muss der Verein selbst aufkommen.

Manager Seemann freut sich deshalb, dass ihm inzwischen von vielen Seiten Hilfe angeboten wurde. Auch Fanclubs von RB Leipzig hätten sich gemeldet. Sie wollten eine Spendenaktion starten, sagte Seemann der MZ. Rückendeckung gibt es auch vonseiten der Politik. Er hat erfahren, dass der Kreistag, der am Mittwoch in Sangerhausen zusammenkommt, nach seiner Sitzung zum Spiel nach Lüttchendorf fahren will. „Wir müssen ein Zeichen setzen“, so Landrat Dirk Schatz (CDU), der zugleich Präsident des Kreissportbundes Mansfeld-Südharz ist.

Im Internet schießen derweil die Spekulationen ins Kraut, wer den Anschlag verübt haben könnte. Von Leipziger Lok- und Chemiefans bis hin zu HFC-Ultras ist da die Rede. Der Verein will sich an den Mutmaßungen nicht beteiligen. Die Polizei hat derweil keinerlei Hinweise, dass es zum Spiel größere Störungen vonseiten der RB-Gegner geben wird. „Wir sind dennoch gewappnet“, sagte Prull.