Abgespecktes Pfingstfest?

Abgespecktes Pfingstfest?: „Die Maien sind bestellt. Wir sind guter Dinge.“

Blankenheim/Ahlsdorf - Corona: Pfingstburschen in Blankenheim und Ahlsdorf hoffen auf abgespecktes Fest

Von Daniela Kainz

Der Pandemie zum Trotz: Ein Hauch von Pfingsten soll durch Blankenheim wehen. So sieht zumindest der Plan von Maik Schnelzer, Vorsitzender der ortsansässigen Pfingstgesellschaft, und seinen Mitstreitern aus. Zuversicht gibt ihnen die Ankündigung der Landesregierung, dass ab 28. Mai in Sachsen-Anhalt wieder Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen stattfinden dürfen.

„Ich freue mich. Unsere Geduld hat sich ausgezahlt“, so Schnelzer. Kurz nach Bekanntwerden der Lockerung reichte er einen Antrag beim Gesundheitsamt für das abgespeckte Pfingstfest in seinem Heimatort ein. Nun hoffen die Blankenheimer, dass ihr Vorhaben tatsächlich in die Tat umgesetzt werden darf.

Blankenheimer hoffen auf Pfingstfest

In ihrem Konzept über die geplanten eingeschränkten Aktivitäten führten sie detailliert in Wort und Bild aus, wie sie Sicherheitsabstände und maximale Personenzahlen einhalten wollen. So sollen beispielsweise für den geplanten Umzug am Freitag die offenen Wagen mit Fünf-Mann-Besatzung im Abstand von fünf Metern durch den Ort rollen. Das Austragen der Maien (Samstag) und der Auftritt der Eiersuse (Sonntag) sollen ebenfalls unter Beachtung der strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden.

Einen Antrag auf einen abgespeckten Pfingstbrauch in diesem Jahr stellten auch die Ahlsdorfer bei der Kreisverwaltung. Sie möchten im Ort wenigstens die Maien austragen. Das Interesse an den jungen Birken ist vorhanden, wie eine Umfrage ergab. „260 Haushalte würden sich über eine Maie freuen“, so Stefan Ecke, 1. Vorstand der Pfingstgesellschaft. Das seien nicht viel weniger als sonst üblich, wenn knapp 300 Birken in der Gemeinde ausgefahren werden.

Ahlsdorfer wollen die Maien austragen

Sollte die Genehmigung erteilt werden, kann es bei den Pfingstburschen sofort losgehen. Ecke: „Die Maien sind bestellt. Wir sind guter Dinge.“ Jeder Einwohner, der eine Maie erhält, darf sich bei der Übergabe auch auf das traditionelle Ständchen freuen. Nur eben in kleiner Ausführung und mit weniger Beteiligten. Nicht mehr als fünf Personen sollen unterwegs sein. Per Info-Blatt wollen die Pfingstburschen die Ahlsdorfer informieren, sobald eine Entscheidung gefallen ist.

Die Ahlsdorfer Pfingstburschen würden aber auch eine Absage akzeptieren. „Es muss alles geregelt sein. Wir wollen nichts durchdrücken, was nicht geht“, sagt Ecke. Verbandsgemeindebürgermeister Norbert Born (SPD) unterstützt derweil die Aktivitäten der beiden Pfingstgesellschaften aus Blankenheim und Ahlsdorf.

Bis zur endgültigen Antwort der Kreisverwaltung müssen sich die Pfingstgesellschaften noch etwas gedulden. „Wir warten auf die nächste Verordnung des Landes“, sagte Pressesprecher Uwe Gajowski. Er rechnet damit, dass es am Dienstag soweit ist. Einen Zwischenbescheid haben die Antragsteller ihm zufolge schon bekommen, in dem sie über das Prozedere informiert werden.

Corona-Krise stoppt vielerorts die Burschen

Die anderen Pfingstvereine in der Region haben ihre Veranstaltungen derweil schon vor einiger Zeit abgesagt, als die ersten Einschränkungen wegen der Pandemie in Kraft traten. „Wir werden auch nicht im kleinen Rahmen feiern“, sagt beispielsweise Thomas Stock, 1. Vorstand in der Kreisfelder Pfingstgesellschaft. Die aktuell geltenden Auflagen könnten nicht garantiert werden. Die Veranstalter wollen auch kein Risiko eingehen. Die Einwohner sollen nicht enttäuscht sein, so Stock: „Wir sind nicht aus der Welt und kommen im nächsten Jahr wieder.“ (mz)