Wanderfalken auf Harztour

Wanderfalken auf Harztour: Wenn die Hayabusas kommen

Güntersberge - Biker aus ganz Deutschland machen mit ihren PS-starken Hayabusas die Region unsicher. Was sie zwischen Güntersberge und Quedlinburg erlebt haben.

Von Sabine Herforth

Ein Wanderfalke erreicht im Sturzflug über 300 Kilometer pro Stunde. Ein Bild, dass Fahrer einer Hayabusa sicher oft vor Augen haben, wenn sie mit dem Gas ihres Motorrads spielen. 25 von ihnen waren am Wochenende im Harz unterwegs und zogen vielerorts die Blicke auf sich.

„Wir machen im Jahr mehrere Ausfahrten“, erklärt Helgo Göring-Drewes, erster Vorsitzender des Hayabusaclubs Germany. „Ich bin eigentlich hier aus der Gegend“, verrät er, wieso es die Truppe ausgerechnet in diese Region verschlagen hat.

Göring-Drewes machte sich vom Chiemsee auf den Weg in seine alte Heimat, denn er ist gebürtiger Quedlinburger. Die Teilnehmer kommen aus allen Teilen Deutschlands, aber auch aus der Schweiz und den Niederlanden.

Harz wurde wärmstens enpfohlen

„Die wenigsten von uns waren mal im Harz“, weiß er. Deshalb habe er es auch als Ziel für eine der längeren Ausfahrten empfohlen. Bereits am Freitag besuchten die passionierten Biker, darunter sieben Frauen, verschiedene Stationen. So wurde beispielsweise am Hexentanzplatz Halt gemacht. In Asmusstedt ging es auf dem Schießstand zudem einigen Tontauben an den Kragen.

Einquartiert haben sich die Reisenden schließlich in Güntersberge. Von dort machten sie sich unter anderem auch auf den Weg nach Quedlinburg, wo Brauhaus Lüdde und eine Nachtwächterwanderung auf dem Plan standen.

„Wir haben ein straffes Programm“, so Göring-Drewes. „Aber wir machen uns da gar keinen Stress“, fügt er an. Wo es ihnen gefalle, würden sie die Pause einfach entsprechend ausdehnen. Am Sonntag besuchten sie noch die Megazipline von Harzdrenalin und das Josephskreuz, bevor schließlich die Heimreise anstand.

„Ich bin überzeugt, dass es nicht nur ein Treffen hier geben wird“, meint der Vereinsvorsitzende. Bei der nächsten Tour wird die Truppe sicher noch größer sein. Der Verein zählt etwa 150 Mitglieder deutschlandweit. Im Vereinsforum tauschen sich fast 900 Hayabusa-Fans aus Deutschland und den Anrainern aus.

Fast so schnell wie ein Falke im Sturzflug

Das Motorrad von Suzuki wurde nicht grundlos nach dem Wanderfalken – Hayabusa ist das japanische Wort dafür – benannt. Es erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 312 Kilometern pro Stunde und bleibt damit nur knapp hinter dem Falken, der mit bis zu 322 Kilometern pro Stunde in die Tiefe stürzt.

„Es ist die leistungsstärkste und schnellste in Serie produzierte Maschine der Welt“, schwärmt der Vereinsvorsitzende. 1999 wurden die ersten Maschinen mit fast 200 PS produziert und fanden sofort Anhänger. „Wir haben alle Blut geleckt“, erklärt Göring-Drewes, der sich schon auf die nächste Tour mit den Hayabusas freut. „Das sind sehr souveräne Sporttourer. Über die Berge hier lächeln die nur“, sagt er und lacht. (mz)