Volksfest in Königerode

Volksfest in Königerode: Dickes Lob für namenlosen Verein

Königerode - Königeröder feiern den 1 025. Geburtstag ihres Ortes mit Sport und vielen Fotos. Jetzt soll ein Kalender herausgegeben werden.

Von Sigrid Dillge 14.08.2017, 11:55

Binnen weniger Wochen sind weit über 150 Fotos zusammengekommen. Sie zeigen vor allem Häuser und Straßenzüge, Pflanzen und Landschaften und entstanden zu allen Jahreszeiten. Manchen ist ihr Alter anzusehen, andere wirken frisch - wie gerade erst gemacht.

Eines aber haben sie alle gemeinsam: Sie wurden von Königerödern aufgenommen und für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt, die am Wochenende im Dorfgemeinschaftshaus zu sehen war.

Die besten Fotos sollen bald einen Kalender schmücken

Der Anlass: Königerode feiert in diesem Jahr seinen 1025. Geburtstag. Eine gute Gelegenheit für alle jetzigen und viele ehemaligen Einwohner, ihrem Dorf eine Liebeserklärung zu machen. „Die besten Fotos sollen zu einem Kalender werden“, sagt Viola Kautz.

Dazu wählen die Besucher der Ausstellung ihre jeweils drei Favoriten aus. Die Abstimmungszettel werden ausgezählt, um die Kalendermotive für das Jahr 2018 zu ermitteln.

Leider, so Frau Kautz, sei niemand darauf gekommen, einfach seine Familie zu fotografieren und das Bild zum Wettbewerb einzuschicken. Der steht unter dem Motto „Unser Königerode - einfach liebenswert“. Die Familie gehöre da doch mit dazu.

Viola Kautz hatte den Hut auf

Viola Kautz ist Gründungsmitglied des Vereins, der für die Organisation des Volksfestes zum 1.025-jährigen Bestehen des Ortes den sprichwörtlichen Hut auf hat.

Verohna heißt der Zusammenschluss, was weiter nichts als „Verein ohne Namen“ bedeutet. „Bei uns machen alle Vereine des Dorfes mit, und auch Leute ohne Verein können dabei sein“, so Frau Kautz, die Vorsitzende des Fördervereins der Königeröder Feuerwehr ist.

Sämtliche Höhepunkte im Dorf werden von Verohna organisiert und koordiniert. Dafür ernteten seine Mitglieder ein dickes Lob von Marcus Weise, Bürgermeister der Stadt Harzgerode.

Dorf ist jüngster Ortsteil der Stadt

Seit 2009 gehört Königerode zur Stadt Harzgerode, ist ihr zweitgrößter und zugleich jüngster Ortsteil. „Beachtlich ist, dass es hier 30 Gewerbebetriebe gibt“, so Weise, der auch eine kleine Anekdote aus der Geschichte zum Besten gab.

Weises Ururgroßvater war Feuerwehrmann in Harzgerodes Wehr und hatte als Feuerwache einen Brand in Richtung Königerode bemerkt. Bis die Harzgeröder jedoch vor Ort waren, hatten die Königeröder bereits alles gelöscht. Also gab es für die Wehr aus Harzgerode auch keine Einsatzbezahlung.

Seltsamerweise tauchten beim nächsten Königeröder Fasching verkleidete Gestalten auf, die leckere Spezialitäten spendierten. Am nächsten Tag ging es vielen Königerödern, die davon gegessen hatten, nicht gut. Eine späte „Heimzahlung“?

Die Gegner traten gegeneinander an, und das Autohäuschen gewann

Beim Volksfest am Wochenende waren Harzgeröder und Königeröder zwar auch Gegner, aber nur für kurze Zeit und lediglich im sportlichen Wettkampf.

Bereits zum zweiten Mal holte beim traditionellen Sportfest das Team vom Autohäuschen aus Harzgerode den heiß begehrten Wanderpokal. Falls der Mannschaft das auch im nächsten Jahr gelingt, kann sie den „Pott“ behalten.

In diesem Jahr gingen sieben Mannschaften an acht Stationen an den Start. Die Wettbewerbe waren so gestaltet, dass auch Leute ohne regelmäßiges Training die Aufgaben meistern konnten. Schließlich stehe der Spaß an der Sache im Vordergrund, wie Henning Baewert,

Vorsitzender des Sportvereins, betonte. Er war in diesem Jahr nicht nur Organisator, sondern auch Wettkämpfer. Gemeinsam mit Sohn Johannes sowie Vater und Tochter der Familie Günther wurde das Team „Günbär“ gebildet.

Schweiß fließt beim Sackhüpfen

Während beim Bällerollen nach Zeit über eine festgelegte Strecke die Erwachsenen ohne große Zeichen der Anstrengung blieben, flossen nach dem Sackhüpfen dann auch bei den Großen Schweißtropfen. Schubkarrenwettlauf, Büchsenwerfen, Stiefelweitwurf, Entenrennen und Zielspritzen waren weitere Wettkampfstationen.

Zu den Unparteiischen, die über die Ausführung wachten, zählte auch Ortsbürgermeister Jürgen Rennicke. „Das ist nichts Besonderes, aber es soll trotz Spaß ehrlich zugehen“, sagte er. Für ihn gehörte die Vorführung des Films über die 1.000-Jahr-Feier im Jahr 1992 zu einem der Höhepunkte des Festwochenendes. Der aus den Aufnahmen verschiedener Kameraleute entstandene Streifen ließ die zahlreichen Zuschauer in Erinnerungen schwelgen.

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Mit einer Informationstafel wurde anlässlich des 1 025-Jahr-Feier in Königerode auf den Wappenbaum des Ortes, eine Linde, aufmerksam gemacht. Im goldenen Schild mit grünem Schildfuß, darin geschrägte goldene Rodehacken, steht eine grüne Linde mit schwarzem Stamm. Die Linde im Wappen ist als Gerichtslinde zu verstehen, heißt es bei Wikipedia. Diese Gerichtslinde befand sich in früheren Jahren auf dem Grundstück der Familie Rausche und wurde ortsgeschichtlich oftmals erwähnt. (mz)