Unterschriftenaktion in Harzgerode

Unterschriftenaktion in Harzgerode: Petition soll Hort „retten“

Harzgerode - Eine Bürgerinitiative kämpft in Harzgerode darum, dass die kommunale Einrichtung 2018 nicht privatisiert wird.

Von Sabine Herforth 13.01.2018, 12:55

Der Hort in Harzgerode soll auch künftig bei der Stadt bleiben und nicht privatisiert werden. Dafür kämpft derzeit eine Bürgerinitiative und hat eine Online-Petition gestartet. Gefordert wird, die Hortprivatisierung aus dem Konsolidierungsprogramm zu streichen.

Stadtrat Mario Hennig (SPD), der die Petition begleitet, hofft, dass bei der nächsten Stadtratssitzung bereits ein entsprechender Grundsatzbeschluss diskutiert werden kann.

Unterschriftenaktion in Harzgerode: Auch eine gerechte Bezahlung

Seit Weihnachten haben sich auf dem Portal openpetition.de 356 Personen eingetragen. Die Mehrheit der Stimmen - 251 - stammt aus Harzgerode (Stand: 12. Januar, 15 Uhr).

Hinzu kommen Unterschriften auf Listen, mit denen Mitglieder der Initiative durch Harzgerode und die Teilorte gegangen sind.

Neben der Forderung, den Hort als kommunale Einrichtung zu erhalten, setzt sich die Petition auch für „eine gerechte Bezahlung aller Erzieherinnen“ ein.

Die Hort-Erzieherinnen würden durch den Übergang der Einrichtung an den freien Träger, der inzwischen auch alle Kindertagesstätten betreibt, gleichgestellt werden - und damit vermutlich auch weniger verdienen.

Als Stadtrat verstehe er, dass Bürgermeister und Verwaltung im Zuge der Haushaltskonsolidierung Kosten sparen müssen.

Aber: Ein Spareffekt dürfe kein Grund sein, die Einrichtung auszulagern, so Hennig. „Ich bin natürlich dafür, dass die Frauen gleich behandelt werden“, betont Hennig.

Weniger Geld für gleiche Arbeit dürfe das aber nicht bedeuten. „Das ist ein Problem, dass der Stadtrat nicht lösen kann“, fügt er an.

Auf die Gehälter könne das Gremium nur dann einwirken, wenn auch die Kindergärten wieder kommunal betrieben würden.

Hennig fordert eine öffentliche Diskussion zu dem Thema.

Unterschriftenaktion in Harzgerode: Signal an den Stadtrat gesendet

Ende November hatten Elternvertreter und Erzieher ein klares Signal an den Stadtrat gesendet, als sie bei einer Sitzung öffentlich Stellung bezogen und forderten, die Entscheidung zur Privatisierung wenigstens bis ins neue Jahr hinauszuzögern.

„Das ist schon ein ziemlich deutlicher Bürgerwille“, sagt Hennig überzeugt, der daraufhin die Aktion mit ins Rollen brachte. „Die Petition hatte ich schon eine Weile im Kopf“, sagt der Stadtrat.

Er hätte jedoch gerne gesehen, dass die Elternvertretung selbst diesen Schritt wagt.

Bei einer Besprechung hätten sich die verschiedenen Interessengruppen jedoch nicht endgültig einigen können, sodass letztlich die Bürgerinitiative zustande kam.

Unterschriftenaktion in Harzgerode: Einträge aus ganz Deutschland

Hauptsächlich laufe die Aktion derzeit im Internet über das soziale Netzwerk Facebook. „Viele haben es geteilt, es lief sehr gut an“, so Hennig.

Die Einträge kommen aus ganz Deutschland - auch von ehemaligen Harzgerödern, weiß Hennig.

In den Kommentaren sind sich die Petitionsunterstützer einig: Eine gute Kinderbetreuung braucht qualifiziertes Personal, das entsprechend bezahlt werden sollte. Aber auch den Vorwurf einer „faktenfreien Petition“ muss sich die Aktion auf der Seite gefallen lassen.

Geplant sei, die bisher gesammelten Unterschriften in der nächsten Woche, noch vor der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag, 18. Januar, an die Stadtverwaltung zu übergeben.

Bei der Übergabe selbst wolle er sich im Hintergrund halten, so Hennig, aber „ich hoffe, dass es dann am 25. Januar auf die Tagesordnung im Stadtrat kommt“. (mz)