Spielplatz in Güntersberge

Spielplatz in Güntersberge: Endlich wieder rutschen

Güntersberge - Güntersberger Kindern haben einen neuen Spielplatz am Bäckerplatz. Was das Sommermärchen in Harzgerode damit zu tun hat.

Von Sabine Herforth 27.10.2017, 11:55

Lachend rauschen die Kinder die Rutsche hinunter, rennen zum Drehkreisel und sausen dort Runde für Runde durch die Luft. Es ist wieder Leben am Bäckerplatz in Güntersberge eingekehrt. Denn die knapp 630 Einwohner zählende Gemeinde hat seit wenigen Tagen einen bunten Spielplatz.

Spielplatz in Güntersberge: Mütter haben alles ins Rollen gebracht

Eine Gruppe Mütter aus dem Ort hatte sich dafür seit dem Frühjahr intensiv eingesetzt und alles ins Rollen gebracht.

Katharina Decker, die mit ihrer Familie in Güntersberge wohnt, begann gemeinsam mit anderen Müttern Spenden zu sammeln, um den Kindern im Ort wieder einen Spielplatz bieten zu können. Ende April, als ein öffentlicher Aufruf startete, hatten sie bereits 1.500 Euro im Ort gesammelt.

Doch die Summe reichte bei weitem nicht, um neue Geräte für den verwaisten Spielplatz anzuschaffen.

Spielplatz in Güntersberge: Unterstützung kam auch von den Harrzgerödern

Unterstützung gab es aus Harzgerode bzw. von den Einwohnern der Stadt. Sie füllten das Spendenkonto beim Sommermärchen, so dass an reinen Spenden schließlich knapp 3.250 Euro zur Verfügung standen.

Beim Städtewettbewerb von enviaM und Mitgas kamen weitere 1.160 Euro zusammen. Die Teilnehmer des Wettbewerbs durften auch entscheiden, welchem Projekt das Geld letztlich zugutekommen sollte und stimmten mit 78 Prozent für den Spielplatz in Güntersberge.

Spielplatz in Güntersberge: Weitere Gewinne und Erlöse  sind mit eingeflossen

Harzgerodes Ortsbürgermeisterin gewann bei einem Geschicklichkeitsspiel weitere 300 Euro, und außerdem ging der Gewinn aus der Stadtwette mit Rewe Binnemann - 500 Euro - nach Güntersberge.

Auch die Einnahmen vom Kuchenbasar des Güntersberger Heimatfestes halfen, den neuen Spielplatz aufzubauen, während der Baumarkt Raiffeisen in Harzgerode mit Beton für die Fundamente aushalf.

So kamen insgesamt gut 5.610 Euro zusammen, von denen bereits 4.700 verbraucht sind.

Spielplatz in Güntersberge: Übriges Geld ist schon verplant

Das verbleibende Geld ist aber bereits verplant. „Die Kinder toben sehr mit dem Drehkreuz“, sagt Ortsbürgermeister Günter Wichmann (CDU), der dankbar für jeden Euro ist. Unter dem Gerät sollen noch Matten verlegt werden, damit bei einem Sturz niemand verletzt wird.

„Es war immer mit Bangen behaftet“, sagt Wichmann mit Blick auf die vergangenen Monate.

Denn die Firma, bei der die Spielgeräte bestellt worden waren, hatte zunächst einige Lieferschwierigkeiten. Der gesamte Spielplatz musste aber vor dem geplanten Eröffnungstermin vom Tüv abgenommen werden.

Spielplatz in Güntersberge: Einwohner haben selbst noch Hand angelegt

Um noch pünktlich alles an Ort und Stelle zu haben, haben die Güntersberger selbst Hand angelegt, Gruben für Fundamente ausgehoben und Vorarbeiten geleistet.

„Das hat auch alles sehr gut geklappt“, so Wichmann. Die alte Wippe durfte bleiben und ist einige Meter umgezogen. Doch das in die Jahre gekommene Spielgerät sollte auch noch einen neuen Anstrich bekommen. Axel Heidemann habe sie schließlich im eigenen Keller mit einigen Helfern aufgearbeitet.

Der Spielplatz konnte drei Tage vor Inbetriebnahme abgenommen werden. „Das hat genau gepasst, es gab keine Beanstandungen“, sagt Wichmann zufrieden. (mz)