Security-Gewalt gegen Asylsuchende

Security-Gewalt gegen Asylsuchende: Unternehmen sichert Ermittlern Hilfe zu

Halle (Saale) - Einen Tag nach Bekanntwerden des Prügel-Videos von Sicherheitsmitarbeitern gegenüber zwei Asylsuchenden in der Zentralen Anlaufstelle für Geflüchtete (Zast) in Halberstadt hat das zuständige Security-Unternehmen Land und Polizei uneingeschränkte Zusammenarbeit bei der Aufklärung ...

10.08.2019, 12:57

Einen Tag nach Bekanntwerden des Prügel-Videos von Sicherheitsmitarbeitern gegenüber zwei Asylsuchenden in der Zentralen Anlaufstelle für Geflüchtete (Zast) in Halberstadt hat das zuständige Security-Unternehmen Land und Polizei uneingeschränkte Zusammenarbeit bei der Aufklärung zugesagt.

„Wir verurteilen diese Handlungen auf das Schärfste und distanzieren uns in aller Deutlichkeit davon. Uns ist bewusst, dass der Schutz von Flüchtlingseinrichtungen und deren Bewohnerinnen und Bewohnern besonders sensibles Verhalten erfordert. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dahingehend geschult und belehrt“, hieß es in einer Stellungnahme. Das Unternehmen habe bereits vor Ort mit der Aufklärung des Falles begonnen.

Angriff auf Asylbewerber: Security schlägt und tritt zu

Am Freitag waren zwei Videos öffentlich bekannt geworden, die zeigen wie Security-Mitarbeiter bei einem Streit zwischen zwei Asylsuchenden dazwischen gehen. Allerdings schlichten die Mitarbeiter nicht. Stattdessen läuft einer der Security-Mitarbeiter auf die beiden zu und tritt einen der Männer mit ausgestrecktem Bein auf Brusthöhe. Der andere Asylsuchende wird weggeschleudert. Er flieht dann. Der erste Mann wird währenddessen geschlagen, getreten und gewürgt, bevor er mit körperlicher Gewalt weggebracht wird.

„Die im Video abgebildeten Mitarbeiter sind unverzüglich und mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden“, stellt das Unternehmen klar. Sie seien alle sicherheitsüberprüft und als zuverlässiges Wachpersonal eingestuft gewesen.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) hatte am Freitag eine Aufarbeitung des Vorfalls angekündigt. Es werde bereits eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, um den Vorfall zu untersuchen und strafrechtlich zu ahnden. Dabei soll auch überprüft werden, ob es in der Vergangenehit möglicherweise ähnliche Fälle gegeben hat. (mz)