Musiktheater, Ballett, Schauspiel

Nordharz-Theater startet mit 17 Premieren und Wiederaufnahmen in neue Spielzeit

Die Komödie „Im weißen Rössl“ steht wie andere Inszenierungen, die dem Lockdown zum Opfer gefallen waren, ab September auf dem Plan.

Ralph Benatzkys Singspiel „Im weißen Rössl“ wird auch in der kommenden Spielzeit gezeigt.
Ralph Benatzkys Singspiel „Im weißen Rössl“ wird auch in der kommenden Spielzeit gezeigt. (Foto: Städtebundtheater)

Halberstadt/MZ - Mit 17 Premieren und sieben Wiederaufnahmen in Musiktheater, Ballett und Schauspiel geht das Nordharzer Städtebundtheater in die neue Spielzeit. Die Coronapandemie hat dem Haus nicht nur eine lange Zwangspause aufgedrückt. Auch die Gestaltung des Spielplans erinnert daran, dass monatelang nicht gespielt werden konnte, dass Aufführungen abgesagt, verschoben werden mussten oder erst gar nicht auf die Bühne kamen. Der Spielplan für 2021/22, sagt Intendant Johannes Rieger, sei deswegen noch reichhaltiger.

„In solchen Zeiten so ein Heft zu planen mit so vielen Klarheiten, ist mutig“, sagt Christian Fitzner, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Theaterzweckverbandes. „Ich glaube und hoffe, dass der Wendepunkt langsam erreicht wird“, erklärt er vor dem Hintergrund stetig sinkender Inzidenzen und einer zunehmenden Zahl von Geimpften.

Er freue sich über die „Überbleibsel“, sagt derweil Chefdramaturg Marco Misgaiski, ebenso auf die Wiederaufnahmen, die allesamt mehr oder weniger stark Corona zum Opfer gefallen sind. Beispiel „Im weißen Rössl“, bei dem Misgaiski von einer „langen Leidensgeschichte“ und drei Anläufen spricht, bis das Stück endlich aufgeführt werden durfte - zwar kurz vor Ende dieser Spielzeit. Deswegen steht es ab dem 12. September wieder auf dem Plan, dann „vielleicht mit mehr Zuschauern“, hofft der Dramaturg.

Von versammelter Spielfreude spricht er beim Caféhauslieder-Reigen „Draußen nur Kännchen“, bei dem sich die Sänger des Theaterensembles nach Lust und Laune einbringen können, vielleicht Anekdoten und Sketches auf die Bühne bringen. Bettina Pierags, Norbert Zilz, Michael Rapke und Bénédicte Hilbert werden „allerbeste Laune produzieren“, so Misgaiski. Premiere ist im Februar.

Ein „Verschiebungsopfer“ sei auch das Musical „Shrek“ gewesen, das nun am 29. April 2022 zum ersten Mal auf die Bühne im Großen Haus Halberstadt kommen soll. Geplant war das schon im Mai 2020 - doch dann kam der erste Lockdown. Die mit 142 Rollen und üppigen Kostümen aufwendigste Produktion der damaligen Spielzeit fiel ins Wasser.

Coronabedingt habe es Veränderungen in der Regie gegeben, sagt Misgaiski. Ursprünglich sollte Holger Potocki die Inszenierung übernehmen, der nun aber andere Verpflichtungen hat. Jetzt nehme sich mit Nils Westbrock „ein Musicalkenner und -könner“ der Sache an, so der Dramaturg.

Johannes Rieger ist Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters.
Johannes Rieger ist Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters.
(Foto: R. Kunze)

Ein ähnliches Schicksal wie „Shrek“ ereilte auch „Schwanensee“: Das Ballett in der Choreografie von Ballettdirektor Can Arslan erlebte gerade einmal zwei Aufführungen. Viel zu wenig für so eine Produktion, die nun ab Februar 2022 siebenmal in den Großen Häusern Halberstadt und Quedlinburg gezeigt werden soll.

Den mittlerweile „vierten Premierenversuch“ erleben auch die „Sonny Boys“; die Komödie von Neil Simon, in Szene gesetzt vom Eisleber Theaterintendanten Ulrich Fischer, soll nun im April im Großen Haus Quedlinburg erstmals auf die Bühne kommen.

Seine deutschsprachige Erstaufführung erlebt das Schauspiel „Bier“ des kroatischen Autors Miro Gavran am 11. September in der Neuen Bühne Quedlinburg. Zugleich wird Fiete Wachholtz mit der Vater-Sohn-Geschichte am Nordharzer Städtebundtheater sein Regiedebüt geben.

„Ich habe noch nie so eine Konzertsaison geplant wie diese.“x

„Intendant Johannes Rieger über die Harzer Sinfoniker

Der obligatorische Klassiker jeder Spielzeit wird ab dem 23. Oktober mit Georg Büchners „Woyzeck“ auf die Bühne kommen. Auf die Inszenierung habe sie sich „unheimlich gefreut“, sagt Regisseurin Rosmarie Vogtenhuber, „gerade in dieser Zeit einen neuen Blick auf ein altes, rebellisches Stück zu werfen“, geht es doch in dem nur fragmentarisch erhalten gebliebenen Drama um das Ausgeliefertsein des Einzelnen „an die Obrigkeit und deren Willkür“.

Mit Agatha Christies „Mausefalle“ wird nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder eine Kriminalgeschichte am Städtebundtheater zu sehen sein, Premiere ist am 25. Februar in Quedlinburg, Regie führt Sebastian Wirnitzer.

„Ich habe noch nie so eine Konzertsaison geplant wie diese“, sagt Intendant Johannes Rieger beim Blick auf die Konzerte mit den Harzer Sinfonikern. Es seien alles „nachgeholte Konzerte“, und er sei „froh, dass die Kollegen mitgegangen sind“. Darüber hinaus wird es wieder ein gemeinsames Konzert mit dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode bei den Halberstädter Domfestspielen geben.