Naturschutz

Naturschutz im Landkreis Harz: Land hilft gegen Büsche an Teufelsmauer

Weddersleben - Die Wiesen um die Teufelsmauer drohen mit Gestrüpp zuzuwuchern. Manche Beobachter fürchten gar, dass auch die imposante Steinformation eines Tages unter einer Menge Unkraut untergehen könnte.

Von Benjamin Richter 24.08.2018, 11:16

Ein Spaziergang entlang der Teufelsmauer hat schon so manchem Besucher ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. So ging es am Donnerstagnachmittag auch Claudia Dalbert (Grüne). Die sachsen-anhaltische Umweltministerin folgte der Einladung der Initiative für die Teufelsmauer (IfdT) und ging mit deren Vertretern rund zwei Stunden lang in dem Naturschutzgebiet spazieren.

„Ich bin immer froh, wenn ich meinen Schreibtisch mal verlassen und ein paar Themen in der schönen Natur besprechen darf“, erklärte Dalbert.

Unkraut droht Wiesen an der Teufelsmauer zu überwuchern

Der Hintergrund des sommerlichen Felsen-Rundgangs ist jedoch ein ernster: Die Wiesen um die Teufelsmauer drohen mit Gestrüpp zuzuwuchern. Manche Beobachter fürchten gar, dass auch die imposante Steinformation eines Tages unter einer Menge Unkraut untergehen könnte.

„Diese Flächen sind zu klein und zu weit weg und daher nur sehr schwer zu bewirtschaften“, beschreibt Ministerin Dalbert das Problem. Es handle sich um sogenannte Splitterflächen.

Viele freiwillige Helfer beseitigten 2017 die ungewollten Büsche

Im Januar befreite die IfdT, die seit Herbst 2017 besteht, gemeinsam mit zahlreichen freiwilligen Helfern ein gefährdetes Stück nördlich der Teufelsmauer von ungewollten Büschen. Zurückbleiben sollte nur der Trockenrasen des Naturschutzgebiets, in dem einige seltene Pflanzen und Tiere leben.

Dass ein solches überdimensionales Unkrautjäten keine langfristige Lösung sein kann, weiß Mark Hörstermann, der die Initiative mit ins Leben rief. „Es sind nachhaltige Konzepte notwendig, um diese und ähnliche, benachbarte Flächen dauerhaft zu erhalten“, sagte er.

Bund und Land zahlen für Schutzaktionen

Über diese nachhaltigen Lösungen sprachen die Spaziergänger aus Politik und Interessenverband am Donnerstag. Mit Erfolg: Bei der Rückkehr zur Sitzgruppe „Hirschtraufe“ nahe den Mittelsteinen der Teufelsmauer erläuterte Claudia Dalbert, wie das Land Sachsen-Anhalt künftig dazu beitragen will, dass die Felsformation nicht zuwuchert.

„Wir können Geld aus dem GAK-Programm zur Verfügung stellen, die zu 60 Prozent vom Bund und zu 40 Prozent vom Land gestellt werden“, sagte sie. Die Abkürzung GAK steht für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“.

Die Förderung soll der IfdT die Kosten der Schutzaktionen zu 100 Prozent abnehmen, versichert Dalbert. „Wir werden versuchen, die Hilfe so auf den Weg zu bringen, dass sie ab dem ersten Halbjahr 2019 ankommt“, sprach sie für ihr Ministerium. Landesweit profitieren rund 40 Flächen von GAK-Geldern. „Natürlich sind nicht alle so prominent wie die Teufelsmauer“, ergänzte Dalbert schmunzelnd.

Wedderslebens Ortsbürgermeister Dirk-Michael Meisel (Freie Wähler), der dem Teufelsmauerverein vorsitzt, zeigte sich erleichtert über die Früchte der Besprechung im Freien. „Ich hatte angestrebt, dass wir es hinbekommen, bis 2020 vom Land gefördert zu werden“, erklärte er. Dass es nun voraussichtlich früher wird, kann ihm nur recht sein. Meisel betonte, wie wichtig es sei, beim Naturschutz an der Teufelsmauer starke Partner an der Seite zu haben. Mit der Evangelischen Stiftung Neinstedt und der Lebenshilfe hat er die auch auf lokaler Ebene gefunden.

Schafe gegen den Wildwuchs

Eine Entbuschungsaktion von Menschenhand wie im Januar werde es hingegen so schnell nicht mehr geben. „Die Helfer haben ein Zeichen gesetzt“, stellte Meisel klar. In Zukunft wolle man dem Gestrüpp jedoch wieder zu Leibe rücken, indem man Schafe auf den Flächen weiden lasse. Das hatte man vor einigen Jahren schon einmal versucht, war jedoch daran gescheitert, dass die Förderbedingungen nicht eindeutig waren. Das soll diesmal anders sein. „Ich werte es als ein sehr positives Zeichen, dass die Ministerin zu diesem Gespräch gekommen ist“, zieht Meisel ein Fazit. Diese musste dann leider doch wieder zurück an ihren Schreibtisch, um die Fördermittel auf den Weg zu bringen. Jedoch nicht, ohne sich noch einmal an die IfdT zu wenden: „Ich habe großen Respekt für Ihre Arbeit. Machen Sie bitte so weiter.“ (mz)