Minneturnier Burg Falkenstein

Minneturnier Burg Falkenstein: Mittelalter wird lebendig

Pansfelde - Auf Burg Falkenstein wird das Mittelalter regelmäßig wieder lebendig. Und mit ihm manchmal berühmte Persönlichkeiten längst vergangener Zeiten. Zuletzt erklang am Sonnabend der „Sang der alten ...

Von Bianca Müller

Auf Burg Falkenstein wird das Mittelalter regelmäßig wieder lebendig. Und mit ihm manchmal berühmte Persönlichkeiten längst vergangener Zeiten. Zuletzt erklang am Sonnabend der „Sang der alten Mauern“.

So das Motto des traditionellen Falkensteiner Minneturniers, das der Dingo Musik und Theater Verein aus dem hessischen Hofgeismar gemeinsam mit der Stiftung „Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ veranstaltet.

Seit zehn Jahren lockt es die talentiertesten Vertreter dieser besonderen Sangeskunst aus Deutschland und Österreich auf den Falkenstein, wo sie um die Gunst der Burgherrin buhlen. In diesem Jahr galt es, die Geschichte und Schönheit der Stiftungs-Bauwerke vom Halberstädter Dom bis zur Eckartsburg zu besingen.

So haben Olaf Casalich aus Hamburg, Frank Wunderlich aus dem Odenwald, Knud Seckel aus Alsbach, Thomas Schallaböck aus Salzburg und Robert Schuchardt aus Leipzig sich im Vorfeld aufgemacht, jeweils zwei Bauwerke für ihre Beiträge zu erkunden.

Als künstlerischer Leiter kreiert Lothar Jahn vom gastgebenden Verein für Publikum und Teilnehmer eine Rahmenhandlung - das Drehbuch zum Minneturnier - und damit auch ein bisschen „Scripted History“.

Zweifache Auszeichnung für Minnesänger

Diesmal setzt es vor rund 200 Jahren ein, als Ludwig von der Asseburg Burg Falkenstein übernimmt und sich mit dem verfallenen Bauwerk nicht recht anfreunden kann. An dieser Stelle lässt Jahn eine weitere Berühmtheit auferstehen: Dichter und Schriftsteller Joseph von Eichendorff (gespielt vom 2014er Turniersieger Holger Schäfer) überzeugt den Adligen, sich dem Geist der Romantik zu öffnen und seinem Falkenstein zu neuem Glanz zu verhelfen.

Unterstützt wird er von einem musikalischen Ensemble mit allerlei mittelalterlichem Instrumentarium und natürlich den fünf Sangesbarden.

Inspiriert habe ihn „ein romantisches Bild aus dem Burgfundus, bei dem zwei Herren ein angeregtes Gespräch führen“, sagte Jahn. Zu den weiteren Akteuren zählen Meister Frauenlob (Peter Will) und Henker Stempfel (Bernd Bonnet), die mit fein-humoristischer Note moderieren.

Während viele Interpreten bereits zum Inventar gehören, ist mit Robert Schuchardt auch ein neues Gesicht dabei. „Die Organisatoren haben noch einen Teilnehmer gesucht, da habe ich mich einfach beworben“.

Der 40-jährige Leipziger hat sich der mittelalterlichen Musik schon in seiner Jugend verschrieben und genießt sie als Ausgleich zu seinem Beruf als Softwareentwickler.

Seine Lieder, bei denen er sich selbst auf Drehleier und Quinterne begleitet, zu Schloss Goseck und Kloster Michaelstein leitet er mit deren gereimter Geschichte ein und animiert das Publikum so zu lauten Lachern und viel Beifall. Final sichert ihm dieser Mix nicht nur den Jurypreis, sondern auch den der Zuschauerabstimmung. (mz)