Kindertagesstätten in Harzgerode

Kindertagesstätten in Harzgerode: Erzieherinnen sind enttäuscht

Harzgerode - Erzieherinnen aus Kindertagesstätten in Trägerschaft des Trägerwerks Soziale Dienste  in der Stadt Harzgerode haben sich jetzt erneut an den Stadtrat gewandt. Und wie schon im Mai machten sie   aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.  „Wir sind nach wie vor im Niemandsland“, sagte Birgit Pöttmesser, Erzieherin in  Dankerode, auf die „Spaltung der Erzieherschaft“ ...

Von Petra Korn 17.10.2016, 12:49
Spielzeug an einem Sandkasten einer Kindertagesstätte.
Spielzeug an einem Sandkasten einer Kindertagesstätte. dpa

Erzieherinnen aus Kindertagesstätten in Trägerschaft des Trägerwerks Soziale Dienste  in der Stadt Harzgerode haben sich jetzt erneut an den Stadtrat gewandt. Und wie schon im Mai machten sie   aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.  „Wir sind nach wie vor im Niemandsland“, sagte Birgit Pöttmesser, Erzieherin in  Dankerode, auf die „Spaltung der Erzieherschaft“ verweisend.


Im Mai hatten die Erzieherinnen  den Stadtrat um Unterstützung gebeten. Der hatte im März entschieden, den Hort an der Grundschule in kommunaler Trägerschaft zu belassen - als einzige Kindereinrichtung im Stadtgebiet. Die Kindertagesstätten befinden sich teils bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in freier Trägerschaft, der Lohn der  Erzieherinnen  liegt deutlich unter dem  im öffentlichen Dienst. „Gleiches für alle“, hatten sich die Erzieherinnen  im Mai gewünscht.

Halbes Jahr ist vergangen

Inzwischen sei ein halbes Jahr vergangen, in dem die Erzieherinnen nichts gehört hätten, sagte Birgit Pöttmesser. „Die Kollegen sind sehr enttäuscht.  Wir möchten wissen, wie weit die Verhandlungen gegangen sind. Gibt es Vorschläge, gibt es Lösungsansätze?“ In Zusammenkünften mit dem Träger sei verabredet worden, eine Kalkulation durchzuführen, und geplant sei, 2017 eine „schrittweise Anpassung“ vorzunehmen, sagte Bürgermeister Jürgen Bentzius (SPD).

Er sei davon ausgegangen, dass die Erzieherinnen durch ihren Arbeitgeber, das Trägerwerk,  darüber informiert worden seien, so Bentzius. Cathleen Steimecke, Leiterin der Hauptverwaltung, ergänzte: „Wir sind dabei, die Lücke zwischen Erzieherinnen in Einrichtungen in freier Trägerschaft und im öffentlichen Dienst zu verringern. Schließen können wir sie nicht.“

Spaltung vollzogen

Jürgen Bentzius hatte auch an die Finanzierung der Kindertagesstätten erinnert: durch Zuwendungen des Landes, Geld der Kommune und Elternbeiträge. Den Verweis auf die Elternbeiträge wiesen die Erzieherinnen zurück: „Hier soll uns allen ein schlechtes Gewissen gemacht werden“, stellte Andrea Krug, Erzieherin in Dankerode, fest.  Der Stadtrat habe im März „die Spaltung vollzogen zwischen Erziehern in Hort und Kita, zwischen Erziehern erster und zweiter Klasse. So empfinden das die Kollegen“, sagte sie und verwies auf „das Nichtwertschätzen“ der Arbeit der Kita-Erzieherinnen. Dass sich Elternbeiträge erhöhen, „das wollen wir nicht“, so Andrea Krug.

Jürgen Bentzius verwies darauf,  dass die Kommune bei der Kita-Finanzierung „zur Zeit einen höheren Beitrag als die Eltern“ trage.  Wenn es eine Erhöhung der Löhne gebe, „hat es entsprechende Auswirkungen“. Dazu solle dann - mit Einbeziehung des Stadtelternrates - beraten werden.

Claudia Winkler und Elke Knoll von der Kindertagesstätte Harzgerode  verwiesen auf ein großes, mit der  Entlohnung verbundenes Problem: Junge Erzieher würden nicht in den Kitas im Stadtgebiet bleiben, sondern sich Arbeitsplätze suchen, an denen sie höhere Löhne und mehr Urlaub bekämen. (mz)