Schulgarten

Grundschule in Harzgerode bekommt neue Geräte

Warum die Kinder auch diverse Spielzeuge bekamen - und welche Rolle der Verein „Bunte Hände“ dabei spielt.

Von Susanne Thon
Paulotta und Schulsozialarbeiterin Stephanie Seibt - im Vordergrund - freuen sich zusammen mit Emilia, Victoria Reim, Melina, Peggy Beilecke, Susann Bieler, 
Sven Beilecke und Thaddäus (v.l.n.r.) über die neuen Sachen: Neben  Gerätschaften für den Schulgarten gibt es auch Spielzeug.
Paulotta und Schulsozialarbeiterin Stephanie Seibt - im Vordergrund - freuen sich zusammen mit Emilia, Victoria Reim, Melina, Peggy Beilecke, Susann Bieler, Sven Beilecke und Thaddäus (v.l.n.r.) über die neuen Sachen: Neben Gerätschaften für den Schulgarten gibt es auch Spielzeug. (Foto: Susanne Thon)

Harzgerode/MZ - Der Kofferraum ist brechend voll. Auch auf der Rückbank stehen Kartons. Es dauert eine ganze Weile, bis Sven Beilecke alles aus dem Auto geräumt hat: Bälle, Hula-Hoop-Reifen, ein Riesenmikado und anderes Spielzeug und dazu allerhand Gerätschaften, Gießkannen, größere und kleine, Eimer, Rechen und Besen, Kniekissen und Arbeitshandschuhe in Kindergröße – was die Schüler der Harzgeröder Grundschule „Weißer Garten“ eben so brauchen für den Schulgarteneinsatz.

Beilecke und seine Frau Peggy engagieren sich im Verein „Bunte Hände“, der vor ein paar Jahren aus der von ihm regelmäßig initiierten Baby- und Kindersachenbörse entstanden ist. Seitdem unterstützt er Kinder und Projekte, die deren Alltag bereichern.

Verein „Bunte Hände“ stellte in Absprache mit Lehrern zusammen, was gebraucht wird

Im konkreten Fall habe der Verein geholfen, die Aktion, zu koordinieren, erklärt die Vorsitzende Peggy Beilecke, in Absprache mit den Lehrern zusammenzustellen, was benötigt werde und die Bestellung vorzubereiten. Zuvor hatte sich Schulsozialarbeiterin Stephanie Seibt um finanzielle Unterstützung bemüht; die Harzer Volksbank stellte 500 Euro zur Verfügung; und die Stadt wickelte den Kauf ab.

Das Engagement des Vereins kommt nicht von ungefähr. Der Schulgarten ist ihm eine Herzensangelegenheit. Nur hat er schon bessere Tage erlebt. Peggy Beilecke erinnert sich an ihre Schulzeit: Der Schulgartenunterricht war fester Bestandteil des Stundenplans und der Garten größer, „hier hatte jede Klasse ihr eigenes Beet“. Es grünte und blühte.

Das ist schon lange nicht mehr so. „Wir sind bemüht, den Schulgarten auf Vordermann zu bringen, aber es ist schwierig“, räumt Schulleiter Wolfgang Hahn ein. Schwierig, weil Schulgarten in Sachsen-Anhalt kein eigenes Fach mehr ist. Peggy Beilecke bedauert das sehr. „Man lernt da doch was fürs Leben.“

Das sollen die Kinder dennoch: „Der Schulgarten als Lernort spielt speziell im Sachunterricht in den Grundschulen nach wie vor eine Rolle“, Grundwissen, beispielsweise zu den Jahreszeiten, zu Bodenarten, zu Obst- und Gemüsearten und zur Pflanzenentwicklung könne dort sehr gut veranschaulicht werden, erklärt Tobias Kühne, Sprecher im Landesschulamt. Aber er sagt auch: „Es liegt in den Händen der einzelnen Lehrkraft, wie sie ihren Unterricht gestaltet, um das im Lehrplan vorgesehene Wissen und die Kompetenzen zu vermitteln.“

„Der Schulgarten als Lernort spielt speziell im Sachunterricht in den Grundschulen nach wie vor eine Rolle.“

Peggy Beilecke, Vorsitzende des Vereins „Bunte Hände“

Hinzu kommt: Nicht überall sind auch die räumlichen Voraussetzungen gegeben. So habe eine Grundschule auf dem Land unter Umständen natürlich andere Möglichkeiten, auf ihrem Schulgelände einen Schulgarten anzulegen als eine Grundschule in der Stadt, sagt Kühne.

An Platz mangelt es in Harzgerode definitiv nicht. Wenn die Mitglieder des Vereins so könnten, wie sie wollten, würde noch mehr passieren. An Ideen mangele es nicht, sagt Peggy Beilecke. Die Vereinsvorsitzende denkt an Hochbeete, die man anlegen und Obstbäume, die man pflanzen könnte, damit sich die Schüler in der Pause auch mal einen Apfel pflücken könnten. „Obst wächst doch nicht im Edeka.“ Selbst ein Gewächshaus würde ihrer Meinung nach auf dem großen Schulgelände einen Platz finden.

Mit den neuen Gerätschaften ist jetzt immerhin ein Anfang gemacht. „Das ist eine tolle Sache, wir freuen uns“, die neuen Geräte sollten motivieren, aktiv zu werden, sagt Schulleiter Hahn.