Grundschule Friedrichsbrunn

Grundschule Friedrichsbrunn: Bürgermeister Balcerowski ist für den Erhalt

Friedrichsbrunn - Stadt als Träger der Grundschule Friedrichsbrunn und der Trägerverein kritisieren unzureichende Informationen. Bildungseinrichtung soll erhalten bleiben.

Von Detlef Horenburg 18.04.2017, 10:05

Die Stadt Thale will die Grundschule in Friedrichsbrunn erhalten. Dies betonte Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski (CDU) im Stadtrat.

Ein möglicher Weg könnte ein Schulverbund ab dem Schuljahr 2018/19 mit der Grundschule „Auf den Höhen“ in Thale sein. Diesen Antrag wolle die Stadt beim Kultusministerium stellen, sobald die entsprechenden Änderungen im Landes-Schulgesetz beschlossen sind. Damit würde die Schulleitung in Thale und Friedrichsbrunn eine Außenstelle sein.

Will Landesbehörde die Schule „kaputt“ machen?

Balcerowski erklärte auf der Sitzung, dass er den Eindruck habe, dass von der Landesschulbehörde alles drangesetzt werde „die Schule kaputt zu machen“. So sei die Zusammenarbeit zwischen der Behörde und der Stadt Thale, die Träger der Grundschule ist, sehr schlecht, betonte er. „Als Schulträger erhalten wir einfach keine Informationen.“

So sei der Leiterin der Grundschule die Teilnahme an einer Beratung mit allen Schulleitern der Region Thale mit dem Bürgermeister von der zuständigen Fachaufsicht beim Landesschulamt untersagt worden.

Auch sei die Stadt nicht über personelle Veränderungen an der Schule informiert worden. Die Schulleiterin der Harzgeröder Grundschule ist dort für zwei Stunden pro Woche als Vertretung eingesetzt.

„Dies erfahren wir alles nur auf der Straße“, kritisierte der Thalenser Bürgermeister.

Keine Teilnahmen am Wettkampf

Enttäuscht zeigte er sich auch darüber, dass kein Schüler aus Friedrichsbrunn am diesjährigen Bürgermeisterpokal teilgenommen hatte.

Das sorgte auch bei Stefanie Riedel, die Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Friedrichsbrunn, für Kopfschütteln, zumal die Stadt den Schülertransport zu der sportlichen Veranstaltung organisierte. Die Kinder hätten gerne am Wettkampf teilgenommen, weiß sie aus der Vergangenheit zu berichten.

„Wir hätten gern die Betreuung der Kinder zu der Veranstaltung organisiert, wenn wir es gewusst hätten“, sagte sie. Aber der Förderverein sei dazu nicht informiert worden.

Verein bekommt auch keine Informationen

„So geht das nicht weiter, dass sich keiner verantwortlich fühlt“, bemerkte Frau Riedel. Auch sie als Verein erhalten keinerlei Informationen. Das letzte Treffen war die Schulkonferenz im vergangenen Jahr.

„Es plätschert alles so vor sich hin, viele Eltern sind deshalb verunsichert, was die Zukunft der Schule anbetrifft“, sagte die Allröderin weiter.

Manche aus Güntersberge denken gar daran, ihr Kind nach Harzgerode zu schicken. Das würde aus ihrer Sicht die Situation an der Grundschule in Friedrichsbrunn weiter zuspitzen.

Auch sie begrüßt deshalb das Vorhaben der Stadt Thale zum Erhalt der Schule. Das sei das richtige Signal an die verunsicherten Eltern. Stefanie Riedel: „Es ist besser, wenn die Grundschüler nur einen kurzen Schulweg haben, als fast eine Dreiviertelstunde in überfüllten Bussen fahren zu müssen.

Lange Anfahrtsweg unzumutbar

Dies sieht auch Thales Bürgermeister so: „Für die Sechsjährigen sind solche langen Anfahrtswege zur Schule einfach unzumutbar. Wir wollen lieber, dass die Lehrer fahren.“

Der Bürgermeister und die Chefin des Fördervereins hoffen, dass man den Schulverbund angesichts des Rückgangs der Grundschülerzahlen hinbekommt. „Für viele junge Familien, die sich in der Region ansiedeln wollen, ist auch das Vorhandensein einer Grundschule in Wohnortnähe ein wichtiges Entscheidungskriterium“, betonte Stefanie Riedel.

Derzeit werden die 52 Schüler aus Friedrichsbrunn, Güntersberge und Allrode mit einer Ausnahmegenehmigung für dieses Schuljahr in dem Harzort beschult. Eine Entscheidung über eine erneute Ausnahmegenehmigung ab 2017/18 steht derzeit noch aus, heißt es von der Pressestelle der Kreisverwaltung. Laut Schulverordnung liegt die Schülermindest-Gesamtzahl bei 60 Schülern pro Schuljahr.

Das Landesschulamt äußerte sich bisher auf MZ-Anfrage nicht zu den Vorwürfen aus dem Thalenser Rathaus.

Am Mittwoch, 19. April, soll nach MZ-Informationen um 19 Uhr eine Elternversammlung in der Schule stattfinden.

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Zur Bildung von Anfangsklassen und zur Aufnahme an allgemeinbildenden Schulen kann eine Ausnahme für Grundschulen bei Unterschreiten der Mindestjahrgangsstärke von 60 Gesamtschülerrn vom Landesschulamt gewährt werden, wenn die Schule im Schuljahr, für das die Ausnahmegenehmigung für die Anfangsklasse beantragt wurde, die erforderliche Größe der Schule gemäß des Festlegungen der Verordnung zur Schulentwicklungsplanung 2014 für Grundschulen erreicht. Ebenfalls kann eine Ausnahmegenehmigung bei Unterschreiten der Mindestjahrgangsstärke erteilt werden, wenn besondere Gründe dies rechtfertigen. (mz)