Feuerwehr Friedrichsbrunn

Feuerwehr Friedrichsbrunn: Wärmebildkamera als Geschenk vom Förderverein

Friedrichsbrunn - Der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsbrunn erfüllt den Kameraden mit einer Wärmebildkamera einen lang gehegten Wunsch.

Von Sabine Herforth 21.03.2017, 08:55

Durch Rauch schauen, Menschen finden, Glutnester entdecken: Mit einer Wärmebildkamera können die Feuerwehrleute in Friedrichsbrunn in Sekunden Dinge sehen, die ihnen bisher verborgen geblieben oder erst nach großem Aufwand sichtbar geworden waren.

Das handliche Gerät wurde vom Förderverein der Feuerwehr finanziert und kostete etwa 1.400 Euro. „Das ist schon eine Investition für so einen kleinen Ort“, erklärt Daniel Goldschmidt, Vorsitzender des Fördervereins.

Ein enormer Nutzen für alle

Der Nutzen ist enorm, die Möglichkeiten zum Einsatz zahlreich: „Es dient dem Eigenschutz der Kameraden und der Menschenrettung“, erklärt Ortswehrleiter Alexander Fitzel. Er ist – neben Iris Draeger, Michael Krüger und Thomas Jahn - Mitglied im Vereinsvorstand und gleichzeitig Verbindungspunkt zur Feuerwehr.

Die Kamera ermöglicht es den Feuerwehrleuten, in verrauchten Räumen, die sie sonst fast blindlings durchsuchen mussten, konkrete Konturen zu erkennen. So lassen sich Gefahren vermeiden, aber auch vermisste Menschen schnell finden.

Auch zur Personensuche einsetzbar

Zur Personensuche ist das Gerät auch in anderen Situationen, beispielsweise im Wald, einsetzbar. Häufig wird es zudem genutzt, um Brandherde aufzuspüren und nach Löscharbeiten auf Nummer sicher gehen zu können, dass sich ein Feuer nicht neu entzündet. Hilfreich ist dabei immer die genaue Temperaturanzeige.

Gleich am Tag der Inbetriebnahme hatte die Kamera ihre Premiere bei einem Schwelbrand in einem Dach und erlaubte eine schnelle Klärung der Lage. „Hätten wir das nicht gehabt, hätten wir Thale anfordern müssen“, erklärt Alexander Fitzel.

Thale und Harzgerode waren bisher die nächsten erreichbaren Feuerwehren mit Wärmebildkameras. Die beiden Wehren profitieren nun ebenfalls von der Neuanschaffung. Denn bisher wurden sie alarmiert, wenn die Friedrichsbrunner eine Wärmebildkamera brauchten.

Zur gängigen Grundausstattung gehört die nicht. Aber aus Sicht des Ortswehrleiters „ist es ein unerlässliches Hilfsmittel“.

Wichtiges Utensil bei Verkehrsunfällen

Doch die Möglichkeiten gehen über die offensichtlichen Einsatzfelder hinaus. So ist die Kamera auch bei Verkehrsunfällen ein wichtiges Utensil, verrät der Wehrleiter.

Nicht nur, dass sofort klar ist, wie viele Personen sich noch im Fahrzeug befinden – auf dem Display sind wärmere Stellen deutlich zu sehen. Das Gerät erfasst auch die Wärme, die der Körper beispielsweise auf dem Sitz hinterlässt, auch wenn niemand mehr darauf sitzt.

Für die Kameraden bedeutet das, dass sie nach einer Person suchen können, die womöglich im Schockzustand das Unfallauto verlassen hat, von der sie vielleicht gar nicht gewusst hätten.

Jugendfeuerwehr wird daran ausgebildet

Zum Einsatz kommt die Wärmebildkamera auch bei der Ausbildung in der Jugendfeuerwehr. Bei Löschübungen zum Beispiel können die Jugendlichen die verschiedenen Temperaturen erkennen und Brandherde entdecken.

„Die Jugendfeuerwehr ist hellauf begeistert“, berichtet Goldschmidt. Das Gerät mache die Ausbildung interessanter.

Für die Kameraden ist der Verein ein großer Segen. Derzeit hat die Feuerwehr 22 aktive Mitglieder sowie sechs Feuerwehrleute in der Alters- und Ehrenabteilung. Der Förderverein, der sich im Dezember 2015 gegründet hat, zählt inzwischen fast doppelt so viel Mitglieder. 42 Personen unterstützen die Kameraden mit monatlichen Beiträgen.

In kurzer Zeit viele neue Anschaffungen

In der kurzen Zeit seines Bestehens hat der Verein schon einige Anschaffungen getätigt. Ein Ausbildungskoffer, ein Fensteröffnungsset sowie eine Flyeraktion, die für den Förderverein wirbt, wurden finanziert.

Darüber hinaus beschaffte der Verein ein Airbagsicherungssystem, das bei Rettungsarbeiten verhindert, dass ein nicht ausgelöster Airbag plötzlich doch noch aktiviert wird.

Auch ein Rettungskorsett und Weiterbildungen wurden gefördert. Finanzielle Unterstützung gibt es darüber hinaus für den Ausbildungstag der Jugendfeuerwehr. Deren Mitglieder dürfen sich zudem über einheitliche knallrote Softshelljacken freuen, die zeigen sollen, dass die Jugendlichen zur Feuerwehr in Friedrichsbrunn gehören.

Für den Vorsitzenden Goldschmidt ist der Verein eine Möglichkeit für die Menschen, etwas an die Einsatzkräfte zurückzugeben. „Wir sehen das vor allem als Anerkennung der geleisteten Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsbrunn“, betont Goldschmidt. Jeder kann Mitglied werden, der Mindestjahresbeitrag beträgt 24 Euro.

Der Verein ist erreichbar unter der E-Mail-Adresse foerderverein-ffw-friedrichsbrunn@gmx.de. (mz)