Freiwilligendienst

Fabian Dörfler aus Thale hat beim DRK seinen Traumjob gefunden

„Durch das FSJ habe ich gelernt, was ich wirklich werden will“, sagt der junge Mann. Auch die Krankheit seines Vaters hatte Einfluss.

Von Von Uta Müller
Fabian Dörfler aus Thale hat über das FSJ beim DRK seine Berufung gefunden.
Fabian Dörfler aus Thale hat über das FSJ beim DRK seine Berufung gefunden. (Foto: Uta Müller)

Thale/MZ - Den Traumberuf einem Alltagstest unterziehen oder einfach, um ein bisschen Praxiserfahrung zu sammeln. Gründe für ein Freiwilliges Soziales Jahr gibt es viele. Fabian Dörfler hat über den Freiwilligendienst seinen Traumjob gefunden: Die Entscheidung ist für den 18-jährigen Thalenser gefallen.

Das Freiwillige Soziale Jahr, kurz FSJ, ist unter anderem auch für die Berufsorientierung eine gute Sache, erklärt Katja Fischer. Sie ist beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) für die Freiwilligendienste zuständig.

„Einige Schulabgänger nutzen das FSJ, um in ein Berufsbild hineinzuschnuppern, sich auszuprobieren und sich zu orientieren“, so Fischer. Neben Kindertagesstätten und Schulen können die FSJler ihr Jahr unter anderem in Krankenhäusern, Senioren- oder Pflegeheimen, Schulen oder in thematischen Beratungszentren absolvieren, erklärt Katja Fischer. So kann schnell festgestellt werden, ob der ausgewählte Berufswunsch auch den jeweiligen Vorstellungen entspricht.

Auf genau diese Art und Weise hat es Fabian Dörfler zum Deutschen Roten Kreuz Thale verschlagen. Nach der Schule wollte er eigentlich eine ganz andere Lehre beginnen, entschied dann aber, sich das Berufsbild der Pflege etwas genauer anzusehen.

„Durch das FSJ habe ich gelernt, was ich wirklich werden will“, sagt Fabian Dörfler. Seit einem Praktikum wollte er nach der Schule eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft machen. Bis zur Bewerbung, so meinte der Geschäftsführer des Bestattungsinstituts damals, solle er etwas mit Menschen ausprobieren. So ist Fabian Dörfler schließlich über das FSJ im DRK-Seniorenpflegezentrum „Bergblick“ in Thale gelandet. Im September beginnt er dort auch seine Ausbildung zur Pflegefachkraft.

„Ich bin vom FSJ überzeugt, weil man mit seiner Arbeit was Gutes tut und auch noch Geld, beispielsweise für den Führerschein, ansparen kann.“

Fabian Dörfler, FSJler im DRK-Seniorenpflegezentrum „Bergblick“ in Thale

Auf die Idee, sich in der Altenpflege zu engagieren, sei er durch die Multiple-Sklerose-Erkrankung seines Vaters gekommen. Da habe ihm das FSJ persönlich viel gebracht. „Ich habe bestimmte Techniken und Griffe zum richtigen Hochheben gelernt, welche Hilfsmittel es gibt und wie man sie anwendet“, sagt der 18-Jährige.

Es gibt auch Seminare, in denen die Freiwilligen Informationen zu ihrer Tätigkeit bekommen. „Man wächst im FSJ als Mensch und als Persönlichkeit“, sagt der 18-Jährige. Er komme jeden Tag mit einem guten Gefühl zur Arbeit und sei viel verantwortungsbewusster geworden. Mit seiner Arbeit in der Pflege habe er etwas gefunden, was ihm vorher gefehlt habe – eine Tätigkeit, die einem Sinn gibt.

„Ich glaube, diesen Aspekt teilen viele soziale Berufe, bei denen man viel mit Menschen arbeitet“, sagt Dörfler. Auf Menschen zugehen, ihnen zuhören und auf sie eingehen – das sollte einem liegen, wenn man einen Pflegeberuf ergreift. „Ich bin vom FSJ überzeugt, weil man mit seiner Arbeit was Gutes tut und auch noch Geld, beispielsweise für den Führerschein, ansparen kann“, sagt Dörfler.

Zeitdruck, Überlastung, Personalmangel: Stichworte, die zum Thema Pflege dieser Tage oft zu hören sind. Stephanie Meyer, Einrichtungsleiterin vom „Bergblick“ weiß von den Vorurteilen zu diesem Beruf. „Das Ziel ist, dass sich mehr junge Menschen sozial engagieren“, so Meyer. Und vielleicht würden sich durch diese Möglichkeit mehr Menschen für einen Beruf im sozialen Bereich entscheiden. Der Beruf habe durch die generalistische Pflegeausbildung auch eine Aufwertung erhalten. Weitere Informationen zum Freiwilligendienst beim DRK unter www.drk-freiwilligendienste-st.de.