Der Vereinsmensch

Der Vereinsmensch: Ruhe ist nicht sein Ding

Güntersberge - Eigentlich sollte Klaus Böttcher aus Güntersberge erst in ein paar Tagen überrascht werden. Weil der 64-Jährige dann aber im Urlaub ist, wurde seine Ehrung kurzerhand vorgezogen.

Von Susanne Thon 06.11.2019, 14:56

Eigentlich sollte Klaus Böttcher aus Güntersberge erst in ein paar Tagen überrascht werden. Weil der 64-Jährige dann aber im Urlaub ist, wurde seine Ehrung kurzerhand vorgezogen.

Bei der kleinen Feier, mit der sich der Wintersportverein bei den Helfern und Unterstützern der Turnhallensanierung kürzlich bedankt hat, bekam Böttcher die Ehrenmedaille des Kreissportbundes. Sie ist Zeichen „für sein stetiges Engagement rund um den Verein“, sagt dessen Vorsitzender Bernd Dombek.

Handwerklich begabte Männer haben alle mit angepackt

Es hätte kaum einen besseren Rahmen geben können für die Auszeichnung, denn auch beim Umbau der Turnhalle hängte sich Böttcher voll rein. „In der Anlaufphase“ habe er in Vertretung für den Vereinschef den Hut aufgehabt, erklärt er.

Ende Juli war es losgegangen, da bauten die Mitglieder der zum Wintersportverein gehörenden Sektion Tischtennis die alte Heizungsanlage aus; später renovierten sie. Alle Männer, die im Verein aktiv seien, hätten auch handwerklich was drauf, sagt Böttcher. Das sei ihnen jetzt zugute gekommen. Denn durch die vielen Arbeitsstunden, die die mehr als 40 Helfer im Zuge des Umbaus leisteten - bis hin zur Grundreinigung -, „haben wir viel Geld gespart“.

Medaille und Urkunde - gerechnet hat Böttcher nicht damit, denn „ich bin ja öfter aktiv“. Seit 54 Jahren ist er Mitglied im Wintersportverein, genauso lange wie Dombek. Kein anderer kann das von sich behaupten. Beide wurden 2015 für ihre 50 Jahre währende Mitgliedschaft geehrt.

Familie aus dem Ort weckte Interesse am Wintersport

Eine Familie aus dem Ort, die Böttcher, der im Heim aufwuchs, als Kind immer wieder besuchte, weckte sein Interesse am Wintersport und am Wintersportverein, der heute weit mehr als Langläufern und Tischtennisspielern eine Heimat bietet und auch Wanderungen im Jahresprogramm stehen hat.

Mit den Wintern im Harz ist das ja so eine Sache. Nicht erst seit ein paar Jahren. „Das fing schon damals an“, sagt Böttcher und erinnert daran, dass Wettbewerbe in den Oberharz verlegt werden mussten, weil es nicht ausreichend Schnee gab.

Ein Loipengerät habe der Verein noch, erzählt er. Wann es zuletzt im Einsatz war? „Letzten Winter, aber nur auf dem Schulhof“, um es mal wieder in Betrieb zu nehmen.

Auch beim Faschingsclub wird mitgemischt

Der gelernte Maschinist Böttcher, der während seiner Armeezeit bei der Volksmarine feststellte, dass er zur See fahren möchte, und als Vollmatrose auf dem Mittelmeer unterwegs war, ist aber nicht nur im Wintersportverein aktiv. Auch im Güntersberger Faschingsclub mischt er mit.

Außerdem bringt sich Böttcher, der zwei Kinder und vier Enkel hat, auf kommunalpolitischer Ebene ein - wirkt seit 1984 ununterbrochen in den Gremien mit. Heute sitzt er für die Linke im Harzgeröder Stadtrat und ist Mitglied des Ortschaftsrates.

Und auch zu Hause wartet reichlich Arbeit auf ihn. Das Haus, in dem er seit zwei Jahren lebt, hat er von Grund auf sanieren müssen, Wasserleitungen, Heizung, Elektrik. Bis heute findet sich immer was zum Werkeln. Ruhe ist auch nicht so sein Ding. Die gönnt er sich erst, wenn die Arbeit getan ist.

In ein paar Tagen dann also, wenn der GFC die Karnevalssession eingeläutet hat und es zum Sohn und dessen Familie in die Schweiz geht. (mz)