Angriff gegen Steinmeier

CDU-Politiker aus dem Harz kritisieren Liste von Eingeladenen

Es gibt Ärger, bevor der Bundespräsident aufbricht zur Wanderung mit den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Von Von Ingo Kugenbuch
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Foto: dpa

Wernigerode/Berlin/MZ - Deutschlands Staatsoberhaupt Frank-Walter Steinmeier (SPD) wird am Wochenende den Harz besuchen und gemeinsam mit den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), und Niedersachsen, Stephan Weil (SPD), wandern.

Was nach größtmöglicher Harmonie im Harzer Tann klingt, sorgt aber schon im Vorfeld für politische Scharmützel. Die für den Harz zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer und ihr niedersächsischer Kollege Roy Kühne monieren in einer gemeinsamen Presseerklärung die Einladungsliste des Bundespräsidenten.

„Verständnis haben wir dafür, dass Bundestagsabgeordnete nicht eingeladen sind“, schreiben sie. „Kein Verständnis haben wir hingegen dafür, dass die ehrenamtlichen Hauptakteure des Grünen Bandes sowie ehrenamtliche Vertreter des Harzclubs als größte Wanderbewegung des Harzes, Vertreter des Harzer Tourismusverbandes HTV sowie die Waldbesitzer nicht eingeladen werden.

Sie alle sorgen dafür, dass unser Harz als Wandergebiet und Tourismusziel länderübergreifend attraktiv bleibt und haben gerade in Pandemiezeiten sehr viel geleistet.“ Die beiden CDU-Politiker beklagen insbesondere, dass das „ehrenamtliche Engagement beim Besuch des Bundespräsidenten auch gewürdigt worden wäre“.

„Die Route der Wanderung kreuzt das Grüne Band, sie geht nicht entlang des Grünen Bandes.“

Pressestelle des Bundespräsidialamts

Das Bundespräsidialamt stellt klar: „An der Wanderung nehmen Vertreterinnen und Vertreter des Nationalparks, von Nabu, BUND und Harzklub sowie Försterin, Waldbesitzer und Waldwachstumsforscher teil.“ Also jene Menschen, die laut Brehmer und Kühne angeblich nicht eingeladen sind.

Allein Vertreter des Grünen Bandes seien nicht dabei. Denn: „Die Route der Wanderung kreuzt das Grüne Band, sie geht nicht entlang des Grünen Bandes.“ Teilnehmen werden laut einer Sprecherin des Bundespräsidenten neben den Bürgermeistern aus Wernigerode, Schierke und Braunlage außerdem „Bürgerinnen und Bürger aus Wernigerode/Schierke und Braunlage sowie Hoteliers, Gastronomen und Jugendherbergsleitungen“.

Die Arbeit von Ehrenamtlichen, betont die Sprecherin, „ist dem Bundespräsidenten ein sehr großes Anliegen, und unter den Teilnehmenden sind Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren“.