Bilanz 2017 der Bergwacht

Bilanz 2017 Bergwacht Harz: Vermissten-Suche und Bergung eines Toten an der Rosstrappe

Thale - Insgesamt 13-mal wurde die Bergwacht Thale 2017 von der Leitstelle des Landkreises zu Einsätzen gerufen. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr sehr wenig gewesen“, so Jens Kowalewski, Leiter der Bergwacht Thale, bei der Jahreshauptversammlung im Thalenser Rathaus am ...

Von Sabine Herforth

Insgesamt 13-mal wurde die Bergwacht Thale 2017 von der Leitstelle des Landkreises zu Einsätzen gerufen. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr sehr wenig gewesen“, so Jens Kowalewski, Leiter der Bergwacht Thale, bei der Jahreshauptversammlung im Thalenser Rathaus am Dienstagabend.

Im Durchschnitt würden die Kameraden jedes Jahr etwa 20-mal alarmiert, berichtete er. Dafür hätten sich die 13 Alarmierungen jedoch allein auf das zweite Halbjahr verteilt und die Bergwacht nach einer ungewöhnlich ruhigen ersten Jahreshälfte sehr gefordert.

Vermisstensuche

Zu den aufwendigsten Einsätzen zählte die Suche nach einer vermissten Frau, die vom Pilzesuchen bei Mägdesprung nicht zurückgekehrt war (die MZ berichtete). Dort waren auch andere Bergwachten und Rettungskräfte im Einsatz - jedoch ohne Erfolg. „Kurz vor Jahresende kam es dann auch noch zu einer Totenbergung am Fuße der Rosstrappe“, berichtete Kowalewski. Die Entdeckung war reiner Zufall, denn eigentlich waren die Bergwachtmitglieder auf dem Weg zu einer der letzten Klettertouren, als sie auf die Leiche stießen. Bei den Einsätzen waren bis zu zwölf Kameraden gleichzeitig vor Ort und leisteten etwa 300 Einsatzstunden, so Kowalewski.

Im Wintereinsatz

Gut 350 Stunden waren zwölf Kameraden allein am Wurmberg während der Skisaison in Bereitschaft und unterstützten in dieser Zeit 30 Rettungseinsätze. Aber auch andere Gebiete wurden gesichert. Im Bodetal - in der Hütte sind Bergwachtleute von Mai bis Oktober im Wochenenddienst - wurden die Einsatzkräfte 15-mal zu kleineren medizinischen Hilfeleistungen gerufen.

Hütte wurde saniert

In die Hütte wurde im vergangenen Jahr zudem einiges investiert, die Küche und der Geräteraum sind nun saniert. Finanzielle Unterstützung gab es dabei vom Förderverein der Bergwacht, der eine neue Kücheneinrichtung sowie den Fußboden beschaffte und insgesamt knapp 3 250 Euro in die Hand nahm.

Weil die Arbeiten so gut vorangingen, wurden vor Saisonbeginn auch noch die Decken und Fußböden im Gemeinschafts- und im Saniraum erneuert. „Die Renovierung ist damit fast fertig, es fehlt nur noch unser WC“, so Kowalewski zufrieden. Ein Höhepunkt sei darüber hinaus die Übergabe der neuen Garage für das Mannschaftsfahrzeug gewesen.

Viel Zeit investierten die Kameraden auch in die Aus- und Weiterbildung. Der wichtigste Termin sei dabei das Ausbildungs- und Prüfungswochenende zur Sommerrettung in Schierke.

Die Thalenser waren hier mit 17 Teilnehmern und Ausbildern am stärksten vertreten. Beim Klettern trainierten die Mitglieder der Bergwacht zudem, sich sicher in unwegsamem Gelände zu bewegen. „Das kann in Stunden überhaupt nicht erfasst werden, ist aber die Basis für das Retten aus schwierigem Gelände“, betonte Kowalewski.

Solide Finanzen

Mittlerweile stehe die Bergwacht - in ganz Sachsen-Anhalt - auf einer finanziell soliden Basis, fuhr der Bergwacht-Leiter fort. Sie erhalte nun eine feste Jahrespauschale von den Krankenkassen statt einer Einzelabrechnung jeder Bergung. „Die zweite Säule ist eine Beteiligung der Kommunen“, so Kowalewski. Ein entsprechender Vertrag wurde im vergangenen Jahr im Landkreis Harz von allen Gemeinden außer Blankenburg unterschrieben.

Eine weitere Neuerung ist, dass die Bergwachten im Landkreis nun auch im Katastrophenschutz tätig sind. Dafür muss nicht nur Personal gestellt werden, „sondern auch die technische Ausstattung, sprich Fahrzeuge“, so Kowalewski. Mit Fördermitteln werden deshalb zwei Einsatzfahrzeuge angeschafft, die künftig im Ober- und Unterharz zur Verfügung stehen sollen. Mit der Lieferung wird im April gerechnet.

(mz)