Storchenpaar in Scheuder

Storchenpaar in Scheuder: Ein Nest für Fridolin und Emma

Scheuder - Sie habe sich das Elend einfach nicht mehr länger ansehen können, erzählt Susanne Gieseler. Seit 2014 nisten Störche auf einem Schornstein des alten Gutshauses in Scheuder, Susanne Gieseler wohnt direkt nebenan und hat einen guten Blick auf des Nest. „Aber es wurde immer wieder zerstört, bei Stürmen zum Beispiel. Das kam mehrmals im Jahr vor“, erinnert sich die junge Frau aus Scheuder. „Die Störche haben nie aufgegeben und immer wieder ein neues Nest gebaut. Sie taten mir richtig Leid.“ Und so besprach Gieseler das Problem mit ihrer Freundin Silke Dölle. Sie wohnt ebenfalls in Scheuder und hat für die beiden gefiederten Nachbarn sogar schon Namen: Das Paar heißt Fridolin und ...

Von Doreen Hoyer 03.04.2016, 10:22

Sie habe sich das Elend einfach nicht mehr länger ansehen können, erzählt Susanne Gieseler. Seit 2014 nisten Störche auf einem Schornstein des alten Gutshauses in Scheuder, Susanne Gieseler wohnt direkt nebenan und hat einen guten Blick auf des Nest. „Aber es wurde immer wieder zerstört, bei Stürmen zum Beispiel. Das kam mehrmals im Jahr vor“, erinnert sich die junge Frau aus Scheuder. „Die Störche haben nie aufgegeben und immer wieder ein neues Nest gebaut. Sie taten mir richtig Leid.“ Und so besprach Gieseler das Problem mit ihrer Freundin Silke Dölle. Sie wohnt ebenfalls in Scheuder und hat für die beiden gefiederten Nachbarn sogar schon Namen: Das Paar heißt Fridolin und Emma.

Dölle nahm Kontakt zum Akener Storchenexperten Ingolf Todte auf - der auch eine Lösung für das Problem in Scheuder hat: eine Art Nisthilfe aus Holz, die auf den Schornstein gesetzt wird und das Bauen eines stabilen Nestes erleichtern soll.

Doch wie kommt die Konstruktion auf das Dach? Dazu bekam Todte Hilfe von den Kameraden der Feuerwehr Aken, die mit einem Drehleiterfahrzeug nach Scheuder fuhren.

„Der Schornstein sieht besser aus, als ich dachte“, zieht Todte eine erste Bilanz, nachdem er das Dach vom Korb der Drehleiter aus in Augenschein genommen hat und dabei gleich die kümmerlichen Reste des alten Nests entfernt hat. Es ist nicht das erste Mal, dass er versucht, Störchen das Nisten in der Region zu erleichtern. Erst vor wenigen Wochen brachte Todte mit Unterstützung einiger Helfer eine ähnliche Konstruktion in Kleinpaschleben an (die MZ berichtete).

Doch das quaderförmige Holzgestell kann nicht einfach auf den Schornstein gehievt werden. Zusammen mit den Feuerwehrleuten nimmt Todte es vor Ort auseinander und nagelt das Gestell neu zusammen, damit es auf den Schornstein passt. Das ganze wird dann an der Esse festgeschraubt. Die Helfer steckten Zweige fest, damit die Störche den Ort als Nistplatz erkennen. Das Prozedere zieht in der Zwischenzeit viele Zuschauer an - schließlich ist der Schornstein auch aus großer Entfernung zu sehen. Viele Nachbarn kommen zum Guthaus und beobachten die Arbeiten.

Ob die Vögel das Angebot annehmen und sich in diesem Jahr wieder in Scheuder niederlassen, kann aber niemand genau sagen. „Da gibt es keine Garantie, die kann es gar nicht geben“, bestätigt Manfred Todte, der Vater des Storchenexperten.

Silke Dölle hofft jedenfalls, dass die Vögel sich nun in Scheuder rundum wohl fühlen. „Das wäre so schön. Und wer weiß, vielleicht bekommen Fridolin und Emma in diesem Jahr auch endlich Nachwuchs hier - das hat bislang nämlich noch nicht geklappt.“